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Keine Maschine

Ein passenderes Video konnte an einem Tag wie diesem gar nicht rauskommen...

 

Ich bin tatsächlich ins Wasser gesprungen und habe meinem Chef heute gesagt wie bescheiden und auch krankmachend die Arbeitsumstände in unserer Abteilung sind. Ich bin total über meinen Mut und meine Einsatzbereitschaft für mich selbst erstaunt. Statt nur einen "gelben Schein" zu bringen habe ich ihm berichtet wie es mir und auch einigen Kollegen tatsächlich geht. Für andere zu sprechen ist zwar nicht ganz ideal, aber zu sehen wie sie leiden ist auch nicht einfach. Sie haben eine andere Ausgangsposition als ich von daher habe ich es einfach mal gemacht. 

 

Mein Chef reagierte verständnisvoll aber resigniert. Er hat die Gesamtsituation schon mehrfach der Behördenleitung geschildert aber es tut sich nichts. Die Leute werden sehenden Auges verbrannt. 

 

Nach dem Gespräch war ich bei meiner Ärztin und sie verstand meine Schilderungen absolut. Und mit zwei Wochen Krankschreibung und anschließenden zwei Wochen Urlaub habe ich genug Zeit sowohl körperlich, als auch psychisch wieder auf die Beine zu kommen. 

 

Mit meiner Familie habe ich nun endlich über die grottige Situation geredet. Bisher habe ich die ganze Schuld ja bei mir gesucht und wollte mich einfach zusammenreißen, aber das geht nun mal nicht. Wie krank das macht spüre ich ja wieder live. 

 

Auch hinsichtlich der Traumatisierung habe ich viel gelernt. Meine jetzigen Probleme haben mit dem Trauma ansich nicht viel zu tun. Das ist echt gut festzustellen. Nur meine hefitge körperliche Reaktion auf belastende, hilflose Situationen ist sicher noch ein Relikt aus alter Zeit.

 

Das Wichtigste was ich gelernt habe ist aber für mich selbst einzustehen und eine "missbräuchliche" Situation zu beenden. Nichts anderes ist dieses Arbeitsklima. Immer mehr schaffen mit immer weniger Personal ist Ausbeutung.

 

Statt wie das Kind damals zu somatisieren habe ich NEIN gesagt. Das fühlt sich neu und ungewohnt an, gerade weil mein Chef die gleichen dominanten Züge wie meine Mutter hat.   Aber ich habe es gewagt.

 

Nun fühle ich seit so vielen Wochen das erste Mal wieder positive Energie in meinem Körper. Der bleiernde Schleier des "zusammreißens" weicht langsam und ein Gefühl der Stärke kommt zurück. 

 

Statt wie zur Zeit des Bandscheibenvorfalls werde ich mich aber nun nicht vier Wochen starr verkriechen, sondern ich werde kraftschöpfende Dinge tun und hoffentlich viel Power zurückbekommen. 

 

Und wenn es erstmal durch das Schreiben ist. Denn das kam viel zu kurz in den letzten Monaten.

 

 

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