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Nachhilfe in Sachen Körpersprache

Heute habe ich wieder eine Nachhilfestunde in Sachen Körpersprache erhalten. Eigentlich wäre meine nächste Stunde bei der Osteopathin erst Mitte März gewesen. Dank der Absage hatte ich heute spontan die Chance auf eine Sitzung. Mir passte das ganz gut, denn obwohl es mir momentan echt super geht, leide ich nach wie vor an den komischen unangenehmen Gefühlen/Schmerzen in der Nacht. Es ist nicht mehr so schlimm wie vor zwei Wochen, aber auf Dauer nervt es schon ein wenig. Es ist immer ein Druckgefühl im Oberbauch/Brustraum wenn ich in der Nacht aufwache. 

 

Nachdem ich die Osteopathin kurz berichtet habe was sich in der letzten Woche noch alles Wichtiges ereignet hat starteten wir mit der Körperarbeit. Sie landete sofort an einer Stelle an meiner rechten Bauchseite die eine extreme Hitze abgab. Ich kann ja im Grunde auch nicht so ganz beschreiben was da alles passiert, aber irgendwie ist es tatsächlich wie eine Art Nachhilfe in Sachen Körpersprache. Aufgrund der Traumatisierungen habe ich ja irgendwie den "Kontakt" zu meinem Körper verloren. So wie ich die Gefühle abgespalten habe, habe ich auch mein Körpergefühl verloren. Ich habe einfach keine wirkliche Wahrnehmung für meinen Körper entwickelt. Dennoch ist alles abgespeichert und muss wohl einmal "aktiviert" werden. Zumindest ging die Sitzung heute unheimlich tief. Als ich hinspürte fühlte es sich körperlich an wie ein Stein, der auf meiner Brust liegt. Zentnerschwer nahm er mir förmlich den Atem. Es war so ein unangenehmes, erdrückendes Gefühl.  Ich fühlte mich so ausgeliefert und hilflos. Meine Arme fühlten sich vollkommen kraftlos an. 

 

Ich weiß ja aus den EMDR-Stunden, dass ich mich logischer Weise körperlich nicht wehren konnte, da ich einfach zu klein war. Heute kam aber noch ein ganz anderer Aspekt hoch, der mir ziemlich nah ging...und zwar nicht nur die körperliche Unfähigkeit sich zu wehren...sondern die "psychische" Unfähigkeit sich zu wehren, da ich einfach nicht nein sagen konnte oder noch schlimmer...nicht durfte. Selbst jetzt trift mich diese Erkenntnis mitten ins Herz. Ich hätte in der Stunde um ein Haar geweint...und das heißt schon was.

 

Wir haben dann ein paar Strategien gesucht, wie ich mehr Kraft entwickeln könnte. Schlagen ging nicht...aber ich hatte den Drang die Kraft in den Armen zu spüren. Liegestütze kamen mir in den Sinn um mich "ihm" entziehen. Zudem drehte ich mich irgendwann um auf den Bauch...davor hatte ich zunächst richtig Angst...aber es half dann letztlich doch mehr Abstand zu gewinnen. Um zu merken, dass man aus der Situation rauskommen kann. Das half auf jeden Fall sich wieder im Hier und Jetzt zu finden und zu stabilisieren.  Ich habe jetzt rückwirkend das Gefühl, dass ich diese Erfahrung nutzen in einer der nächsten Stunden noch "näher" ran zu gehen!

 

Irgendwie ist es aber auch nicht fair, das alles noch einmal so nah spüren zu müssen... aber anscheinend der einzige Weg um es zu verarbeiten... ein Weg auf dem ich noch einiges an Kraft brauchen werde.....