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Verdrängte Ängste

Im März habe ich ja eine kleine Therapiepause eingelegt. Es war ein Test wie alles so läuft. Und ich muss sagen, es geht mir nach wie vor ganz gut. Es hat sich einiges verändert durch die erneute Bearbeitung der Themen. Viele Ängste sind mir viel bewusster geworden und ich stelle mich dem Leben irgendwie ganz neu. Allerdings scheine ich noch immer irgendwas zu verdrängen. Ich habe ja kürzlich bereits von den Träumen geschrieben. In den letzten Tagen wiederholen sich die Träume, in denen ich mich gegen "Personen" wehren muss, immer öfter. Das ist schon etwas auffällig. Es sind ziemlich intensive Kämpfe und sie gehen eigentlich immer offen aus. Es gibt keinen Gewinner und keinen Verlierer. Allerdings sind die Kämpfe meist sehr brutal und gewalttätig...teilweise mit Messern und Schusswaffen. Ich sehe die Angreifer auch nie so richtig. Mal sind es Männer...aber vor zwei Nächten auch mal eine Frau. 

 

Da ich heute wieder zu meinem EMDR-Therapeuten fahre überlege ich natürlich etwas intensiver was hinter diesen Träumen steckt. Warum ich mich auf unbewusster Ebene noch immer in einem solchen "Kampfmodus" befinde. Es kam mir gerade eine Theorie dazu in den Sinn: Die Gewalt und der Missbrauch gingen ja von meinen Eltern aus. Das ganze aber unter dem Deckmantel der total heilen Familie. Meiner Mutter glaube ich in gewisser Weise sogar, dass sie es "gut" gemeint hat bzw. nicht anders konnte da sie auch aus einer lieblosen und gewalttätigen Familie stammt. Tja...und mein Vater....ihm glaube ich kein Wort...er wird seine Geheimnisse wohl mit ins Grab nehmen und eine Auseinandersetzung damit wird nie ehrlich möglich sein. Ich habe trotz allem erst 2012 geschafft den Kontakt komplett abzubrechen. Seitdem geht es mir ja immer besser. Dennoch gab es sozusagen nie eine "Aussprache" darüber...wenn man das überhaupt so nennen könnte. Es ist ein offenes Ende. Und umso älter sie werden...beide sind über 70...umso mehr Ängst habe ich davor, dass sie sich irgendwann melden könnten. Wenn ich an diese Angst denke werde ich tatsächlich wieder vier Jahre alt...das offene Ende habe ich damals so gewählt. Ich will einfach nur meine Ruhe davor haben. Aber holt es mich nun tatsächlich in den Nächten wieder ein? Welche andere Art der Verarbeitung gäbe es denn überhaupt? Klar verdränge ich dazu noch vieles...weil die Gedanken daran einfach schmerzhaft sind. Mir wurde Jahrelang eingeredet, das sie nur mein Bestes wollten...das Beste hätte mich fast ins Grab gebracht. Vielleicht muss ich mir meiner Gefühle ihnen gegenüber bewusster werden. Mir erlauben traurig und wütend zugleich zu sein. Vielleicht hören dann auch die Träume auf. In diesem Konflikt geht es heute nicht mehr darum, dass der Eine stärker ist als der Andere. Es geht darum sich wehren und abgrenzen zu können.  Eigentlich ist die Entwicklung in den Träumen ja ganz positiv zu sehen. Früher war ich immer ausgeliefert im Traum...das ist ja zumindest nicht mehr der Fall....am Rest arbeite ich fleißig weiter!