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Kreativität

Anhand meiner Blog-Beiträge und meinen Arbeiten an der Homepage merkt man vielleicht, dass ich etwas aktiver geworden bin. Wobei aktiv hier nicht das richtige Wort ist. Ich merke, in gewisser Weise, dass ich meiner Kreativität viel mehr Raum gebe. Es hat sich in den letzten Wochen so viel in mir verändert, dass einfach ganz viel raus muss. Ich sprudel praktisch vor Energie. 

 

Heute ist mir aufgefallen woran es liegen könnte, dass ich so viel Power habe. Seitdem die Ängste verschwunden sind, habe ich natürlich auch weniger Angst davor mich zu zeigen. Und zwar so zu zeigen wie ich bin. Aufgrund meiner Erfahrungen in der Kindheit habe ich immer nur gelernt mich nicht zu zeigen. Gesehen werden war bei der Art von Mutter einfach zu gefährlich. Am besten lief alles, wenn ich keine Ärger gemacht habe und sie nicht weiter mit meinem Befinden belästigt habe. Eine der wenigen Möglichkeiten Aufmerksamkeit von ihr zu bekommen war Krankheit. Nicht umsonst litt ich als 4jährige schon an Migräne mit Übelkeit und Erbrechen. Das war keine schöne Zeit. 

 

Ich musste mich und meine Gefühle verstecken. Sie waren nicht erwünscht. Als natürliche Entwicklung verlor ich in diesem Umfeld ja jeden Zugang zu meinen eigenen Gefühlen.

 

Nun sind die Gefühle wieder da. Und nun traue ich mich langsam Schritt für Schritt mich wieder zu zeigen. Dadurch das die Angst vor der Reaktion des Gegenüber sind weg. Und selbst wenn eine unpassende Reaktion kommt, habe ich das Vertrauen in mich mich entsprechend schützen zu können.Ich kann viel offener mit Menschen umgehen. Dadurch eröffnen sich ganz neue Horizonte.  

 

Allerdings war die Kreativität ja nie ganz weg. Schon in ganz jungen Jahren schrieb ich Gedichte. Auch bereits zu Beginn der Therapie waren es immer wieder sehr kreative Ideen, die mir geholfen haben. Ich erinnere mich da an eine größere Anzahl ausgedruckte STOP-Schilder in meiner Wohnung als  die Suizidgedanken Anfang 20 so einnehmend waren. Ich suchte immer wieder Wege mich auszudrücken. Auch wenn ich total unmusikalisch bin, inspiriert mich Musik immer ungemein. Songs mit tollen Texten liebe ich total.  Allerdings muss das alles freiwillig passieren. Man wollte mich mal in einer Klinik zur Ergo-Therapie nötigen. Da habe ich zuerst total dicht gemacht und mich verweigert hinzugehen. Später bin ich heimlich in den Werkraum gegangen...und zum Schluss sind Bilder und Gegenstände entstanden die ich heute noch bei mir stehen/hängen habe. Jetzt rückwirkend betrachtet war die Ergo-Therapie eigentlich nur so ein rotes Tuch für mich, weil dort ja auch die Therapeutin war und sie nicht sehen sollte was ich „erstelle“. Ich hatte Angst vor ihrer Bewertung und ihrer Korrektur. Das macht natürlich aus heutiger Sicht total Sinn. 

 

Selbst in den EMDR Sitzungen bin ich manchmal sehr erstaunt welche kreativen Ideen da aufkommen um einen Dreh zu den positiven Assoziationen zu bekommen. Manchmal muss man seinem Hirn einfach mal freien Lauf lassen...das weiß dann schon was gut für einen ist.