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Touched die Zweite

Vor zwei Tagen hatte ich nun endlich die Chance "Touched" tatsächlich nochmal anzuschauen. Und diesmal mit meiner besten Freundin als Begleitung. Das es diese Chance nochmal gab war einfach wundervoll. Ich konnte das Stück diesmal mit ganz anderen Sinne aufnehmen. Im Februar war alles noch überschattet von der großen Angst vor jeder einzelnen Szene. Vor der Angst vor "dem Blick in den Spiegel". Das dieser Blick mich so dermaßen beflügeln würde, hätte ich niemals erwartet. Im Februar wirkte das Stück als Türöffner endlich zu sehen was ich alles geschafft habe und wie Stolz ich darauf sein kann. Es war der Schlüssel, den ich seit dem Herbst noch verzweifelt gesucht habe. Ich konnte in den darauffolgenden Wochen an Themen wie "sich wertvoll fühlen" oder "LIEBENSWERT zu sein arbeiten". Das gab mir ganz neue Energie. Ich fühle mich im wahrsten Sinne wie neu geboren. Voller positiver Energie. Ich konnte mit dieser Kraft auch noch ein paar schwierige Erinnerungen bearbeiten. Dazu fehlte mir vorher neben der Kraft auch der Mut. Nun ist die Angst weg...und Leben fühlt sich endlich nach Leben an!

 

Ich habe auch nicht mehr die Angst davor gesehen zu werden. Wie unangenehm war mir noch der Ganz zur ersten Vorstellung von "Touched". Diesmal war es mir total egal dort gesehen zu werden. 

 

Ich habe aus dieser Vorstellung ganz neue Aspekte mitgenommen. Zum einen wie wichtig "Beziehungen" bei meinem Heilungsweg waren. Vertrauensvolle Beziehungen ob nun zu den Therapeuten oder zu Freunden. Durch die traumatischen Ereignisse in der Kindheit wurde mein Vertrauen in andere Menschen auf so undenkbare Weise erschüttert. Ich blieb daher immer "geschützt in meiner eigenen Welt." Stück für Stück habe ich mich aber auf dem Weg der Heilung gegenüber anderen Menschen geöffnet. Und mit jeder einzelnen kleinen positiven Erfahrung war es möglich das Vergangene besser zu  verarbeiten. Es sind immerhin die Beziehungen die uns lebendig fühlen lassen. Eine Art Verbundenheit zu spüren ist nun mal unsere menschliche Natur. Das an diesem Abend nun meine beste Freundin an meiner Seite war, war einfach nur schön. Sie hat nun auch eine erweiterte Sichtweise auf viele Dinge und mein Leben. 

 

Ich nehme von dem Abend auch neue Sichtweisen zum Verhalten meiner Mutter mit. Sie konnte wahrscheinlich einfach keine gute Beziehung zu mir aufbauen. Sie hatte auch keine gute Kindheit und hat im Endeffekt  weitergegeben was ihr geschehen ist. Ich bin froh, dass ich aufgewacht bin. Sie wird es ihr Leben lang wohl nicht. Das ich es nicht als gegeben hinnehme eine so starke Bindungsstörung zu akzeptieren. Ich bin froh Menschen in mein Leben gelassen zu haben die mir helfen und mich annehmen wie ich bin...und die an mich glauben. 

 

Ich war am Freitag Abend auch sehr erstaunt darüber, dass ich die auftauchenden Gefühle aushalten konnte...ich habe keine Kopf- oder Rückenschmerzen bekommen. Das ist so viel Wert.

 

Am Ende der Vorstellung überraschte ich mich und meine beste Freundin einmal mehr. Im Rahmen der Podiumsdiskussion meldete ich mich nicht zu als erste zu Wort, sondern sagte auch noch, dass ich Betroffene bin vor diesem Publikum. Ich handelte vollkommen aus einem spontanen Reflex...und es tat unwahrscheinlich gut mal alle Filter im Kopf auszuschalten und einfach zu SEIN!

 

Ich bin Denise Stellmann und ihrer Truppe so unendlich dankbar für diese beiden wundervollen Abende und die daraus entstandenen Effekte für mich und mein Leben! 

 

Aus einer Eingebung heraus habe auch ich meinen "Healing-Moment" in Bilder gefasst. Der Kontakt zu dem unschuldigen und offenen Wesen, als welches ich zur Welt kam, hat mir schon vor längerer Zeit den Weg zur Heilung geebnet. In "Touched" wurde genau dieser Moment auf so passende Weise visualisiert....daran angelehnt habe ich soeben auch die passenden Bilder gefunden!

 

Ich habe meine angestrebten 100 % Heilung nun erreicht... jetzt mache ich mich auf den Weg zu 100 % Leben!!!!