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Zeiten des Umbruchs

Momentan befinde ich mich in einer ganz spannenden Zeit. Die Traumatherapie neigt sich gefühlt das erste Mal richtig dem Ende zu. Wir arbeiten in den EMDR Sitzungen zwar noch mit den traumatischen Anteilen, aber letztlich habe ich gerade in der vergangenen Stunde gemerkt, dass diese Erinnerungen einfache ein Teil meiner Persönlichkeit sind und bleiben werden. Mit der Therapie und dem EMDR kann diese Erfahrung ja nicht ausgelöscht werden. Durch das Bewusstwerden der verdrängten Erinnerungen und der Verarbeitung der damit verbundenen Gefühle ist jedoch ein weitgehend normales Leben endlich möglich. Der Körper befindet sich nicht mehr unter Dauerstress und ist viel entspannter. Ich kann Ruhe endlich aushalten und genießen. Früher war dies nicht der Fall. Selbst in Phasen, in denen ich wochenlang krankgeschrieben war, konnte ich nicht regenerieren. Nun ist das zum ersten Mal anders in meinem Leben. Ich fühle mich förmlich wie neu geboren. Und diese neue Energie möchte ich auch endlich nutzen, um Dinge zu tun, die mich wirklich interessieren. Ich habe zwar einen sicheren und gut bezahlten Job, den ich auch nicht ohne Weiteres aufgeben würde, aber er füllt mich weder aus noch macht er mich wirklich glücklich. Ich wage nun endlich erste Schritte dem nachzugehen, was ich wirklich will. Noch ist meine Vision eher unscharf….bzw. eigentlich habe ich schon ein konkretes Bild vor Augen wo ich in 10 Jahren stehen will….aber der Weg dahin ist noch unscharf. Aber er passt mehr zu meiner nun „freigelegten“ Persönlichkeit, als das was ich aktuell mache. 

 

So ein bißchen fühle ich mich, als ob nach Jahren des grauen und trüben Wetters nun endlich die Sonne rauskommt und es richtig schön warm wird. Die Analogie hat sicher mit dem letzten Sommer und den aktuellen Temperaturen zu tun. Aber ich spüre nach den langen Jahren der Angst und Anspannung nun zum ersten Mal Glück und Entspannung. Ich bin Stolz auf das was ich geschafft habe und Dankbar für all die lieben Menschen in meinem Leben.  

 

Nun kann ich neue, andere Wege beschreiten….ohne die Angst im Rucksack. 

 

Hmm da fällt mir glatt der alte Blog-Beitrag mit dem Rucksack ein. Welch einen Ballast dieses alten Emotionen dargestellt haben. Im Nachhinein betrachtet kann ich sagen, dass der Rucksack verdammt unaufgeräumt war. Es herrschte förmlich Chaos darin. Nun habe ich ihn ausgepackt, angeschaut, alles neu geordnet und im Grunde wieder aufgesetzt. Aber nicht mehr als Ballast sondern als wichtiges Gepäck für meine weitere Reise…...