Inspiration

Ich schreibe heute mal eher über etwas Allgemeingültiges. Ich habe ja gestern schon von den Zeiten des Umbruchs geschrieben.  Neben den inneren Prozessen die dabei stattfinden, ist man ja dann auch damit beschäftigt im Außen nach Anreizen und Impulsen zu suchen. Zumindest geht es mir gerade so. Neben alten Wegbegleitern wie Gerald Hüther und Dami Charf entdecke ich im Netz gerade ganz neue spannende Menschen die mich sehr inspirieren meinen eigenen Weg zu finden und auch zu gehen. Ihre Geschichten und Denkweisen geben mir viel Kraft immer mehr zu meinem Selbst zu stehen. 

 

Heute ist mir aufgefallen, dass man diese Inspirationen sowohl positiv, als auch negativ nutzen kann. Mit Anfang 20 entdeckte ich das Internet für mich. Damals steckte das alles noch in den Kinderschuhen. An die genialen Websites von heute war noch nicht zu denken. Das Netzleben spielte sich eher in Foren ab. Damals landete ich aufgrund meiner Probleme auch in sogenannten Suizidforen. Damals gab es eher wenige davon, aber relativ leicht zu finden. Meine ganze Aufmerksamkeit drehte sich darum. Zudem hörte ich die passende deprimierende Musik und schaute entsprechende Filme. Im Nachhinein betrachtet war das die vorprogrammierte Abwärtsspirale. Ich habe den Fokus so sehr auf negative Inspirationen gesetzt, dass ich mich fast selbst verloren hätte. 

 

Zu Beginn meiner Heilung setze ich meinen Fokus dann eher auf den Wissenserwerb. Ich ließ mich von Wissenschaftlern und therapeutisch erfahrenen Personen inspirieren und erweiterte damit meinen Wissenshorizont um ein Vielfaches. Das Wissen half mir die inneren Prozesse besser zu verstehen und mich selbst und mein Verhalten nicht mehr so dafür zu verurteilen.

 

Jetzt beginnt eine ganz neue Zeit. Da ich nicht mehr so gefangen bin in den alten Mustern kann ich dem Leben und anderen Menschen viel offener begegnen. Vielleicht reizen mich die Menschen und ihre Geschichten deshalb so sehr. Für mich fühlt sich diese Art der Inspiration und des Fokus gerade sehr passend an. Vielleicht ja auch weil mir soetwas wie Leidenschaft für eine Sache oder das Gefühl etwas Schaffen zu können durch mein desolates Familiensystem nie vermittelt wurde. 

 

Durch die Therapie habe ich gelernt mit den Emotionen umzugehen. Jetzt stehen anscheinend neue Lektionen auf dem Plan und Inspirationen hierzu können nicht schaden. Ich muss halt immer schauen was zu meiner persönliche Entwicklung passt. Inspirierend können natürlich nicht nur „Internet-Persönlichkeiten“ oder Autoren sein…. Für mich ist selbst mein Hund immer eine Inspiration. Wie natürlich er sich verhält, wie offen er seine Angst und seine Grenzen zeigt...wie er dann doch wieder Vertrauen findet und sich ganz schnell wieder entspannen kann. Oder Gespräche mit Freunden und Bekannten können ebenfalls sehr inspirierend sein. Inspiration ist alles was einen neuen Denkanstoß gibt. Letztlich liegt  es aber auch an einem selbst, ob man sich überhaupt inspirieren lässt...ob man offen für neues und vielleicht anderes ist. Ob der Mut da ist sich darauf überhaupt einzulassen. Ich bin von Natur aus ein eher neugieriger Mensch...von daher wohl auch empfänglich für Inspirationen. 

 

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