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Er soll sich schämen

Ich wurde gerade sehr unvorbereitet mit dem Thema Scham konfrontiert. Ich habe ja eine neue "Lieblingsseite". Dabei handelt es sich um den Blog MyMonk . Wie ich auf den Blog gestoßen bin und warum er mir gerade soviel bedeutet werde ich an anderer Stelle schreiben. Heute habe ich mir den neuesten Podcast von dem Blog Autor Tim angehört. Er drehte sich um das Thema Scham. Die bisherigen Podcasts drehten sich viel darum seinen eigenen Weg zu gehen und Dinge loszulassen. Das sind ja nun auch genau meine aktuellen Themen. Aber wie Tim heute über das Thema Scham gesprochen hat traf mich mitten ins Herz. Missbrauch und Scham sind ja nun mal untrennbar miteinander verbunden. Die Steigerung zu den Arten von Scham über die Tim gesprochen hat ist bei Missbrauch jedoch die Scham über etwas, was man selbst gar nicht beeinflussen konnte. Man schämt sich dafür Opfer zu sein. Man schämt sich dafür was jemand anders getan hat. Man schämt sich dafür, dass man sich mit 3 oder 4 Jahren nicht wehren konnte. Man schämt sich, dass der Täter sich einen als Opfer "ausgewählt" hat. Durch den Podcast habe ich gespürt wieviel Scham da noch vorhanden ist. Diese Scham hält mich unter anderem davon ab einen neuen "beruflichen" Weg gehen zu können. Klar kann man die Scham tief tief verdrängen, doch sie lodert immer weiter. Und kommt dann nur eine passende Kritik würde mein so hart erarbeitetes Selbstbewusstsein wahrscheinlich wieder zusammenfallen wie ein Kartenhaus...wo ich mir das doch so mühsam erarbeitet habe. Durch das Hören des Podcasts ist mir aber bewusst geworden, dass Scham wirklich noch ein Thema für mich ist. Ein erster wichtiger Schritt ist damit getan. 

 

Tim stellt zum Ende des Podcasts auch ein paar seiner Lösungswege um die Scham in den Griff zu bekommen vor. Dies regte bei mir auch einen wichtigen Prozess an. Ich kann meine Scham nur loswerden, wenn ich sie dem Täter zurück gebe. Nicht ich muss mich schämen....ER MUSS SICH SCHÄMEN. Ich konnte nichts dafür oder dagegen tun sein Opfer zu werden. Ich habe nichts falsch gemacht. Ich bin seitdem nicht weniger wert. Ich muss mich nicht verstecken. Missbrauch raubt jedes Selbstwertgefühl. Es zerreißt es förmlich in Fetzen. Diese Fetzen zu finden und dieses Puzzle wieder zusammenzusetzen ist eine schwere Aufgabe. Aber es ist machbar.  Meine persönliche Waffe gegen die Scham ist mein Selbstwertgefühl und mein Stolz auf das was ich bisher erreicht habe. Dafür muss ich mich nicht länger schämen. Um mal tief in die Zitatekiste zu greifen: "Ich habe aus den Zitronen, die mir das Leben gegeben hat, schon verdammt leckere Limonade gemacht."  Da ist kein Grund sich zu schämen......

 

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