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Angst vor Veränderung - gar nicht so unnormal

Seitdem ich nicht mehr so gefangen bin in meiner eigenen Welt und in meinen eigenen Problemen, fange ich an die „Außenwelt“ viel deutlicher wahrzunehmen. Eine Gabe meiner Vergangenheit ist, dass ich die Gefühle und das Verhalten anderer Menschen sehr schnell erfassen kann. Dies war als Kind eine wichtige Fähigkeit um einigermaßen unbeschadet meinen Alltag zu überstehen. Zeitweise überforderte mich dieses besondere Wahrnehmen allerdings auch sehr stark. Es gab Phasen in meinem Leben, in denen ich einfach nur allein sein musste um überhaupt noch klar zu kommen. Zum Glück gehören diese Phasen der Vergangenheit an. Und inzwischen finde ich immer mehr Gefallen daran, hinter die Fassaden der Menschen zu schauen. Ich bin sicher kein Gedankenleser oder maße mir auch nicht an mit meinen Einschätzungen stets richtig zu liegen. Aber ich denke schon, dass ich mehr „sehe“ als andere. Bzw. achte ich wahrscheinlich eher auf gewisse Kleinigkeiten die anderen oft entgehen. 

 

Aktuell fällt mir auf, dass im Grunde sehr sehr viele Menschen Angst vor Veränderungen haben. Ein sehr gutes Alltagsbeispiel sehe ich gerade tagtäglich in meinem Job. In der nächsten Woche wird unserer Computersystem umgestellt. Wir bekommen ein neues Betriebssystem inkl. neuer Programme und Office-Anwendungen. Einige Bereiche wurden schon umgestellt. Gewohnte Arbeitsschritte sind sind nicht mehr oder nur noch anders möglich. Dieses kleine Phänomen stellt meine Kollegen teilweise vor große Herausforderungen. Man merkt wie dieses ganze neue System abgelehnt wird, nur weil man sich nicht damit auseinandersetzen will und gewohnte Arbeitsschritte nun nicht mehr möglich sind. Die Flexibilität hier nach neuen Lösungen zu suchen ist bei einigen Kollegen überhaupt nicht mehr vorhanden.

 

Ich arbeite ohnehin in einem Bereich in dem der Leitspruch eigentlich heißt „Das haben wir schon immer so gemacht!!!“. Da ist für neue Idee und neue Lösungsansätze so gut wie kein Platz. Innovationen sind Mangelware und dauern in der Umsetzung meistens Jahre. Naja...wenn man bedenkt, dass ich in der Sicherheitsbranche arbeite ,ist es wahrscheinlich ist es wahrscheinlich auch verwunderlich, dass alles was neu ist und „Angst macht“ erstmal abgelehnt wird. 

 

Die Flexibilität um auf neue oder veränderte Situationen zu reagieren scheint wirklich vielen Menschen abhanden gekommen zu sein. Aber macht das denn nicht das Leben auch ein Stück weit spannend und interessant. Die Angst steht einem dabei förmlich im Weg flexibel zu denken und passend reagieren. 

 

Ich für meinen Teil versuche aktuell deutlich weniger Angst vor Neuem zu haben. Man kann dabei nur lernen...und wenn es die Lektion ist irgendwas nicht zu können...auch das ist hilfreich. Ich handele nun nach dem schönen Werbeslogan: JUST DO IT!!!

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