Der Blog soll die Vergangenheit mit der Gegenwart vereinen.

Stolz

Inspiriert von "Touched" wirkt immer noch ein wichtiges Thema nach. Ein Tenor des Stückes war, ein Bewusstsein zu schaffen, dass man als komplex traumatisierter Mensch im Grunde eine riesige Arbeit leistet um ein "normales" Leben führen. Es kostet soviel Kraft sich seiner Vergangenheit stellen, wieder Vertrauen in sich und seine Umwelt zurück zu erobern und mit seinen Gefühlen klar zu kommen. Rückblickend habe ich es geschafft von einem ziemlich erbärmlichen Zustand ausgehend mich in ein tolles und glückliches Leben zu "kämpfen". Das ist natürlich etwas, was so gut wie kein Mensch von außen überhaupt bewerten könnte. Umso wichtiger ist, dass ich es anfange entsprechend wertzuschätzen. Ich mich nicht immer und immer wieder minderwertig und als Opfer fühle. Als ob ich in den letzten Jahren nichts erreicht hätte. Damit tue ich mich selbst so extrem Unrecht. Klar gibt es sicher viele die für sich persönlich ähnliches erreicht haben. Aber es gibt auch genügend Menschen die noch immer ihr Probleme auf den Rücken anderer austragen. Ich kann und will stolz auf mich sein. Ich habe gegen die "Dämonen" gekämpft und gewonnen. Ich habe mich gegen ihn nach so vielen Jahren doch noch zur Wehr gesetzt und mein Ich zurück erobert. Also ist heute genau der richtige Moment um einfach nur Stolz auf mich zu sein!!!

 

Frei sein!!!

Gestern hatte ich wohl wieder eine dieser Schlüssel-EMDR-Sitzungen. Es gab in all den Jahren immer wieder diese Stunden...die anschließend alle Sichtweisen neu geordnet haben. Und so eine Stunde durfte ich gestern wieder erleben.

 

Normalerweise nimmt man ja eine „bewusste“ negative Erinnerung und bearbeitet dies mit EMDR. Zu meinem gestrigen Thema hatte ich nicht die EINE Erinnerung. Es ging um das fehlende Vertrauen in mich und um das Äußern meiner Bedürfnisse. Das ich damit solche Schwierigkeiten habe/hatte liegt halt generell an der Situation in der ich aufgewachsen bin. Ich musste mich sozusagen „verstecken“ um negatives zu vermeiden.

 

Gestern half mir einmal mehr meine Kreativität weiter. Um das Video zum letzten Blogeintrag anzufertigen habe ich mir ja meine Kinderfotos angeschaut. Dabei fielen mir auch Fotos meiner Einschulung in die Hände. Und ich war einmal mehr erschrocken welch leeren Blick ich damals hatte. Wirklich fröhlich schaut zwar keiner auf den Fotos...aber mein Blick spricht Bände. 

 

Wir nahmen daher dieses Bild für das EMDR zur Hilfe um weiter an die Ursachen und Gefühle zu kommen. Und es war genau richtig. Während der Sitzung kam ich diesen alten Gefühlen richtig nahe. Mir gings schlagartig körperlich echt mies. Ich bekam kaum Luft und der Magen zog  sich zusammen. Die Traurigkeit und Einsamkeit war fast nicht auszuhalten. Ich versuchte zu begreifen was genauso schlimm war. Mir fiel irgendwann auf, dass es mir so mies ging, weil es weder im Innen (also Familie) noch im Außen (der Ort an dem ich lebte) Sicherheit gab. In der Familie konnte/durfte ich mich nicht zeigen weil es nur darum ging das ich funktionieren musste und keinen Ärger machen durfte...und im Außen war der Missbrauch. Der fand letztlich direkt in dem Gebäude, in dem ich aufgewachsen bin, statt. Das was sonst meine kleine freie Welt war, war nun auch nicht mehr Sicher. Kein Wunder das ich damit total überfordert war und erstmal alles in Krankheit umgewandelt habe. Ich konnte ja nicht sprechen. Es fehlten die Worte und das Vertrauen. Und die Schule machte es mir nicht leichter….statt mich zu freuen war es ein weiterer Ort, an dem ich nicht zeigen durfte wie es mir eigentlich geht. Böser Teufelskreis!

 

Aber Ziel des EMDR ist es ja die ursprünglich negativ besetzte Erinnerung in eine positive zu wandeln/verarbeiten. Und das gelang mir gestern in unheimlich beeindruckender Art und Weise. 

Ich suchte nach dem, was mir als Kind ggf. geholfen haben könnte. Und das fiel es mir wie Schuppen von den Augen: der Glaube daran, dass sich etwas ändern wird, war zu diesem Zeitpunkt schon da. Und noch besser...er wurde kurz darauf so krass bestätigt...das ist rückblickend  fast beängstigend. 

 

Mit 6/7 lebte ich noch in der ehemaligen DDR. Die Grenzöffnung war noch lange nicht in Sicht. Ich weiß noch, dass ich dennoch abends im Bett lag und mir wünschte, dass wir in den Westen gehen können. Weit weg von dem Ort an dem ich zu dem Zeitpunkt lebte. 

 

Und im November 1989 geschah das „Wunder“. Meine Eltern packten kurz vor der Grenzöffnung ihre sieben Sachen und fuhren mit mir und meiner Schwester nebst Mann über die Tschechei in den West-Harz. Dort lebte ein Bekannter meines Vaters. Dieser Bekannte hatte zufällig eine freie Ferienwohnung in seinem Haus und überredete meine Eltern dort zu bleiben. Soviel Negatives ich für meinen Eltern empfinde...ich habe Respekt vor diesem Schritt. So komplett neu anzufangen mit Anfang/Mitte 40 bedeutet eine Menge Mut. Sie haben fast alles zurück gelassen. Ich musste auch meinen geliebten Hund zurücklassen...wusste aber dass dieser Schritt für mich auch nur gut sein kann. Und das in dem Alter. Ich wusste aus irgendeinem Grund schon als wir losgefahren sind, dass ich nicht wieder zurückkommen werde. 

 

Die Geschichte ist eigentlich viel zu groß um sie mit wenigen Worten zu beschreiben. Aber diese prägende Erfahrung sorgte bei mir dafür, dass ich eine Art Glauben (jenseits von Religion) entwickelt habe, dass sich Dinge ändern können. Und das auch noch in ziemlich konkreter Art und Weise. Wenn ich so auf mein Leben zurückblicke, habe ich fast immer das erreicht, was mich als „innere Vision“ geleitet hat. Auch das ist etwas unheimlich. 

 

Im EMDR gestern ging es noch etwas weiter. Mir fiel auf, dass ich eine sehr gute Intuition habe. Eigentlich weiß ich immer ganz gut Situationen einzuschätzen. Ich verlasse mich manchmal einfach nur nicht darauf und dann ärgere ich mich im Nachhinein. Gerade wenn dadurch Probleme verhindert werden könnten. 

 

Ich möchte in der Zukunft mir und meiner Intuition endlich richtig vertrauen. Und ich glaube, seitdem ich die ganzen Ängste so gut verarbeitet habe, ist hierfür auch endlich die Grundlage geschaffen….!!!!

 

 

All das ist wieder in nur 30 Minuten EMDR passiert…. Das ist wirklich unglaublich. Nach der Stunde bin ich diesmal mit dem Motorrad nach Hause gefahren und es schoss mir wahrend der Fahrt immer wieder ein Wort durch den  Kopf: FREI!!!!!! Ich fühle mich endlich FREI! Das ist ein so schönes Gefühl...da kommen glatt die Tränen!!!!

 

Passend dazu mal wieder ein Video-Trip in die Jugend….

 

 

Touched die Zweite

Vor zwei Tagen hatte ich nun endlich die Chance "Touched" tatsächlich nochmal anzuschauen. Und diesmal mit meiner besten Freundin als Begleitung. Das es diese Chance nochmal gab war einfach wundervoll. Ich konnte das Stück diesmal mit ganz anderen Sinne aufnehmen. Im Februar war alles noch überschattet von der großen Angst vor jeder einzelnen Szene. Vor der Angst vor "dem Blick in den Spiegel". Das dieser Blick mich so dermaßen beflügeln würde, hätte ich niemals erwartet. Im Februar wirkte das Stück als Türöffner endlich zu sehen was ich alles geschafft habe und wie Stolz ich darauf sein kann. Es war der Schlüssel, den ich seit dem Herbst noch verzweifelt gesucht habe. Ich konnte in den darauffolgenden Wochen an Themen wie "sich wertvoll fühlen" oder "LIEBENSWERT zu sein arbeiten". Das gab mir ganz neue Energie. Ich fühle mich im wahrsten Sinne wie neu geboren. Voller positiver Energie. Ich konnte mit dieser Kraft auch noch ein paar schwierige Erinnerungen bearbeiten. Dazu fehlte mir vorher neben der Kraft auch der Mut. Nun ist die Angst weg...und Leben fühlt sich endlich nach Leben an!

 

Ich habe auch nicht mehr die Angst davor gesehen zu werden. Wie unangenehm war mir noch der Ganz zur ersten Vorstellung von "Touched". Diesmal war es mir total egal dort gesehen zu werden. 

 

Ich habe aus dieser Vorstellung ganz neue Aspekte mitgenommen. Zum einen wie wichtig "Beziehungen" bei meinem Heilungsweg waren. Vertrauensvolle Beziehungen ob nun zu den Therapeuten oder zu Freunden. Durch die traumatischen Ereignisse in der Kindheit wurde mein Vertrauen in andere Menschen auf so undenkbare Weise erschüttert. Ich blieb daher immer "geschützt in meiner eigenen Welt." Stück für Stück habe ich mich aber auf dem Weg der Heilung gegenüber anderen Menschen geöffnet. Und mit jeder einzelnen kleinen positiven Erfahrung war es möglich das Vergangene besser zu  verarbeiten. Es sind immerhin die Beziehungen die uns lebendig fühlen lassen. Eine Art Verbundenheit zu spüren ist nun mal unsere menschliche Natur. Das an diesem Abend nun meine beste Freundin an meiner Seite war, war einfach nur schön. Sie hat nun auch eine erweiterte Sichtweise auf viele Dinge und mein Leben. 

 

Ich nehme von dem Abend auch neue Sichtweisen zum Verhalten meiner Mutter mit. Sie konnte wahrscheinlich einfach keine gute Beziehung zu mir aufbauen. Sie hatte auch keine gute Kindheit und hat im Endeffekt  weitergegeben was ihr geschehen ist. Ich bin froh, dass ich aufgewacht bin. Sie wird es ihr Leben lang wohl nicht. Das ich es nicht als gegeben hinnehme eine so starke Bindungsstörung zu akzeptieren. Ich bin froh Menschen in mein Leben gelassen zu haben die mir helfen und mich annehmen wie ich bin...und die an mich glauben. 

 

Ich war am Freitag Abend auch sehr erstaunt darüber, dass ich die auftauchenden Gefühle aushalten konnte...ich habe keine Kopf- oder Rückenschmerzen bekommen. Das ist so viel Wert.

 

Am Ende der Vorstellung überraschte ich mich und meine beste Freundin einmal mehr. Im Rahmen der Podiumsdiskussion meldete ich mich nicht zu als erste zu Wort, sondern sagte auch noch, dass ich Betroffene bin vor diesem Publikum. Ich handelte vollkommen aus einem spontanen Reflex...und es tat unwahrscheinlich gut mal alle Filter im Kopf auszuschalten und einfach zu SEIN!

 

Ich bin Denise Stellmann und ihrer Truppe so unendlich dankbar für diese beiden wundervollen Abende und die daraus entstandenen Effekte für mich und mein Leben! 

 

Aus einer Eingebung heraus habe auch ich meinen "Healing-Moment" in Bilder gefasst. Der Kontakt zu dem unschuldigen und offenen Wesen, als welches ich zur Welt kam, hat mir schon vor längerer Zeit den Weg zur Heilung geebnet. In "Touched" wurde genau dieser Moment auf so passende Weise visualisiert....daran angelehnt habe ich soeben auch die passenden Bilder gefunden!

 

Ich habe meine angestrebten 100 % Heilung nun erreicht... jetzt mache ich mich auf den Weg zu 100 % Leben!!!!

 

 

Kreativität

Anhand meiner Blog-Beiträge und meinen Arbeiten an der Homepage merkt man vielleicht, dass ich etwas aktiver geworden bin. Wobei aktiv hier nicht das richtige Wort ist. Ich merke, in gewisser Weise, dass ich meiner Kreativität viel mehr Raum gebe. Es hat sich in den letzten Wochen so viel in mir verändert, dass einfach ganz viel raus muss. Ich sprudel praktisch vor Energie. 

 

Heute ist mir aufgefallen woran es liegen könnte, dass ich so viel Power habe. Seitdem die Ängste verschwunden sind, habe ich natürlich auch weniger Angst davor mich zu zeigen. Und zwar so zu zeigen wie ich bin. Aufgrund meiner Erfahrungen in der Kindheit habe ich immer nur gelernt mich nicht zu zeigen. Gesehen werden war bei der Art von Mutter einfach zu gefährlich. Am besten lief alles, wenn ich keine Ärger gemacht habe und sie nicht weiter mit meinem Befinden belästigt habe. Eine der wenigen Möglichkeiten Aufmerksamkeit von ihr zu bekommen war Krankheit. Nicht umsonst litt ich als 4jährige schon an Migräne mit Übelkeit und Erbrechen. Das war keine schöne Zeit. 

 

Ich musste mich und meine Gefühle verstecken. Sie waren nicht erwünscht. Als natürliche Entwicklung verlor ich in diesem Umfeld ja jeden Zugang zu meinen eigenen Gefühlen.

 

Nun sind die Gefühle wieder da. Und nun traue ich mich langsam Schritt für Schritt mich wieder zu zeigen. Dadurch das die Angst vor der Reaktion des Gegenüber sind weg. Und selbst wenn eine unpassende Reaktion kommt, habe ich das Vertrauen in mich mich entsprechend schützen zu können.Ich kann viel offener mit Menschen umgehen. Dadurch eröffnen sich ganz neue Horizonte.  

 

Allerdings war die Kreativität ja nie ganz weg. Schon in ganz jungen Jahren schrieb ich Gedichte. Auch bereits zu Beginn der Therapie waren es immer wieder sehr kreative Ideen, die mir geholfen haben. Ich erinnere mich da an eine größere Anzahl ausgedruckte STOP-Schilder in meiner Wohnung als  die Suizidgedanken Anfang 20 so einnehmend waren. Ich suchte immer wieder Wege mich auszudrücken. Auch wenn ich total unmusikalisch bin, inspiriert mich Musik immer ungemein. Songs mit tollen Texten liebe ich total.  Allerdings muss das alles freiwillig passieren. Man wollte mich mal in einer Klinik zur Ergo-Therapie nötigen. Da habe ich zuerst total dicht gemacht und mich verweigert hinzugehen. Später bin ich heimlich in den Werkraum gegangen...und zum Schluss sind Bilder und Gegenstände entstanden die ich heute noch bei mir stehen/hängen habe. Jetzt rückwirkend betrachtet war die Ergo-Therapie eigentlich nur so ein rotes Tuch für mich, weil dort ja auch die Therapeutin war und sie nicht sehen sollte was ich „erstelle“. Ich hatte Angst vor ihrer Bewertung und ihrer Korrektur. Das macht natürlich aus heutiger Sicht total Sinn. 

 

Selbst in den EMDR Sitzungen bin ich manchmal sehr erstaunt welche kreativen Ideen da aufkommen um einen Dreh zu den positiven Assoziationen zu bekommen. Manchmal muss man seinem Hirn einfach mal freien Lauf lassen...das weiß dann schon was gut für einen ist.

 

Die Sache mit dem Vertrauen

Heute schreibe ich über etwas...das so naheliegend ist...dass es mir fast etwas peinlich ist es überhaupt so detailiert aufschreiben zu müssen. Aber daran sieht man wie die naheliegensten Erkenntnisse i.Z.m. traumatischen Erlebnissen ausgeblendet werden.

 

Ich habe vor einigen Tagen auf Instragram ein paar Zeilen über Angst gelesen. Dort wurde beschrieben, dass der nicht das Gefühl von Sicherheit die Angst nehmen kann...sondern dass es das Vertrauen ist! Das war wie regelrechte Erleuchtung für mich…

 

Ich habe im EMDR so oft die Angst bearbeitet und als positive Emotion dazu formuliert „ich bin in Sicherheit“. Klar hat sich dadurch schon unheimlich viel verändert. Aber ich konnte dieses „ich bin in Sicherheit“ ehrlich gesagt nie so 100 % verankern. Irgendwas streubte sich dagegen. Und in diesem Instagram-Post wurde erklärt, dass es einfach keine Sicherheit gibt und daher Sicherheit nur ein Scheingefühl ist um Angst in den Griff zu bekommen. Klar ist es z.B. sicher wenn man das Wohnzimmer nicht mehr zu verlässt weil man Angst hat z.B. Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden. Aber ….was ist mit Tätern die ins Haus einbrechen...um das mal ganz naiv zu sagen. Ganze Branchen leben davon, dass sie vermeintliche Sicherheit verkaufen und spielen mit den Ängsten von Menschen...und glaubt mir...das ist verdammt einfach!

 

Letztlich kann tatsächlich nur Vertrauen helfen die Ängste in den Griff zu bekommen. Das Vertrauen in sich selbst und seine Fähigkeit sich z.B. zu wehren...das Vertrauen in seine Mitmenschen...das die einem nichts böses wollen...das Vertrauen in Freunde denen man sich „anvertraut“...das Vertrauen in Ärzte, das diese einem helfen können….und letztlich das Vertrauen darin, das alles gut werden wird.

 

In mir wurde das Vertrauen in jungen Jahren auf so böse Art und Weise zerstört...dass ich immer nur versucht habe „sicher“ zu leben. Nur reine Sicherheit...oder wie man es in der Traumatherapie eher bezeichnet...reine Stabilität….helfen einem nicht endgültig weiter. Man muss wieder Vertrauen fassen….ich musste das Vertrauen erst in andere Menschen aufbauen...dann dann Vertrauen in mich. Bei manch einem funktioniert der Weg vielleicht auch andersrum. In der letzten Stunde bei meinem Therapeuten kamen wir genau an diesen Punkt. Es sind noch Situationen zu bearbeiten in denen es so existentiell um Vertauen geht….und ich glaube nun habe ich den Schlüssel in der Hand, den ich monatelang gesucht habe. 

 

Mir fällt jetzt gerade dazu ein, dass ich vor vielen Jahren...als ich am Beginn des Heilungsprozesses stand, sehr viele  Videos vom Neurobiologen Gerald Hüther bei YouTube angeschaut habe. Er hat damals schon immer wieder eine Erkenntnis wiederholt, die genau dieser Vertrauenstheorie entsprich. Ich habe das damals nun immer und immer wieder angehört...konnte es aber nie verstehen….nun ist der Groschen endlich gefallen….

 

Nachfolgend ein kleines Erklärungsvideo von Dr. Gerald Hüther zum Thema Kreislauf der Angst. Es lohnt sich auch die anderen Vortäge/Interviews von Dr. Gerald Hüther mal bei bei YouTube zu schauen. 

 

Der richtige Fokus

Eigentlich wollte ich über das Wochenende ja den „Weg ins Trauma“ niederschreiben. Aber stattdessen habe ich lieber das neue Buch von Jan Becker „Entspannt schaffst du alles“ gelesen. Jan Becker ist wohl ein relativ bekannter Hypnotisieur / Mentalcoach. Er  tritt des öfteren im TV auf und hat mehrere Bücher geschrieben. Das neue Buch ist aus einer persönlichen Krise heraus entstanden. Obwohl er alle guten Tipps und Tricks kennt ist er Opfer des Stresses geworden und sein Körper hat irgendwann aufs Heftigste gestreikt. Da half ihm im ersten Moment all sein Wissen nichts mehr. Er hat es aber geschafft sich in ganz kleinen Schritten selbst zu helfen. Diese Schritte beschreibt er in dem Buch ziemlich anschaulich. Er beschreibt wie sehr es auf die eigenen Gedanken ankommt und wie man damit sein Wohlbefinden und seine Stimmung beeinflussen kann. Ich habe schon einige Bücher zu dieser Thematik gelesen. Und was im ersten Moment immer logisch klingt, lässt sich oft nicht in den Alltag einbauen. 

 

Diesmal habe ich das Buch jedoch sehr intensiv gelesen und auch immer mal wieder zur Zeit gelegt und mich selbst reflektiert. Gestern Abend kam mir dann die Idee, (erstmal) nicht dem Weg ins Trauma zu beschreiben. Sondern was mir geholfen hat, die notwendige Stärke zu entwickeln den Weg der Heilung zu gehen. Ich will damit den Fokus von den  „schlechten Erlebnissen“ in meiner Kindheit hin zu den  „guten und und stärkenden Fähigkeiten“ die sich trotz allem ausgebildet haben. Diese Frage ist deutlich schwerer zu beantworten. Aber ich will es versuchen. Viele Menschen halten es für naiv oder ganz unmöglich in schlechten Dingen etwas gutes zu erkennen. Wenn einem das aber gelingt, ist man dem inneren Frieden wahrscheinlich ein ganz schönes Stück näher gekommen!

 

Wenn ich an das Thema denke fällt mir zuerst einmal die starke Vernachlässigung ein. Ich bin dadurch unheimlich früh selbsständig geworden. Ich habe dadurch z.B. bereits früh gelernt für mich alleine zu kochen, da war ich ca. 9 Jahre alt. Und ich habe dadurch eine einigermaßen gute Allgemeinbildung. Ich habe nämlich schon früh einen eigenen Fernseher bekommen und habe mit Vorliege immer Quizshows geschaut. Jeopardy war meine Lieblingssendung. Und ich habe meine Leidenschaft für Büchereien entdeckt. Ich war ganze Nachmittage lang immer in der Stadtbibliothek und habe dort ewig gelesen und geschaut. Immer wenn ich heute in einen Buchladen kommen habe ich ein wohliges Gefühl. Ich habe es grds. Gelernt mich alleine zu beschäftigen. Auch wenn das später eher schwierig wurde.

 

Ich habe auch viel Kreativität entwickelt. Um die Einsamkeit besser zu ertragen habe ich irgendwann angefangen mir eine Phantasiewelt zu erschaffen in der alles anders ist. Ich habe stundenlang im Bett gelegen und mich in meine eigene Welt geträumt. Es war ein Überlebensmeachnismus, der mir später beim Erreichen meiner bisherigen Ziele immer wieder geholfen hat. Jan Becker würde es wahrscheinlich als Paradebeispiel für Suggestionen sehen. Im Grunde habe ich heute das, was ich mir jahrelang vorgestellt habe erreicht! Aber das Träumen lasse ich mir nicht mehr nehmen. Heute habe ich das hauptsachlich noch in Verbindung mit Urlaubsreisen. Ich visualisiere mir meine Ziele und arbeite daraufhin.

 

Im Grunde hat sich auch eine Art Zielstrebigkeit entwickelt. Im Alter von 14 Jahren kam mein Berufswunsch auf. Und obwohl ich immer relativ schlecht in der Schule war…starte ich ab dem Zeitpunkt voll durch, weil ich ein Ziel vor Augen hatte, dass mich aus meiner Situation befreien konnte. Ich wurde richtig gut in der 9. und 10. Klasse. 

 

Der Gewalt und dem unberechenbaren Verhalten meiner Mutter etwas abzugewinnen ist schon etwas schwerer. Ich habe dadurch gezwungener Maßen ein gutes Gespür für andere Menschen und ihre Stimmungslage entwickelt. Ich glaube ich beobachte Menschen dadurch etwas anders. Das kann in größeren Menschenmengen auch schnell überfordern. Aber im meinem Job war/ist diese Gabe eigentlich sehr positiv. Ich achte auch auf Sicherheitsaspekte wie Abstand und Distanz ganz anders. Wenn mir, vor allem unbekannte Menschen, zu nah auf die Pelle rücken schaffe ich ganz schnell wieder Distanz. Wahrscheinlich ist meine Gefahr erneut Opfer zu werden eher geringer als bei Menschen ohne diese Erfahrung.

Ich weiß zudem wie wertvoll Vertrauen in andere Menschen ist, aber ich trauen jedem Menschen potentiell zu, dass er dieses Vertrauen auch brechen kann. Ich bin vertraue sozusagen nicht naiv. Das ist etwas schwer zu beschreiben….vielleicht könnt ihr es aber ja nachvollziehen! So ein bißchen nach dem Motto: Wer das Böse kennt, weiß das Gute zu schätzen. 

 

Jetzt wo ich den Zugang zu meinen Gefühlen wiedergefunden habe, weiß ich wie exitentiell wichtig Emotionen für das Leben sind. Und das lasse ich mir nie wieder nehmen! 

 

Dadurch, dass ich es geschafft habe mich 2012 komplett von meinen Erzeugern zu lösen weiß ich, dass ich auch alleine überleben kann. Auch wenn das immer anders suggeriert wurde. Ich bin ein eigenständiger Mensch. 

 

Die Königsdisziplin ist es allerdings dem sexuellen Missbrauch etwas „Postives“ abzugewinnen. Das stellt mich vor eine ganz schön krasse Aufgabe... 

 

Fange ich mal einfach an: Ohne den Missbrauch würde es diesen Blog nicht geben. Und Dank einiger ganz lieber Rückmeldungen weiß ich, dass er für einige Menschen sehr hilfreich ist. Alleine nur einem Menschen damit zu helfen ist schon etwas „Positives“.  Als Zweites fallen mir zwei ganz liebe Menschene in, denen ich sonst niemals begegnet wäre. 

 

Hmm vielleicht habe ich dadurch...und durch den Weg der Heilung...eine ungeahnte Stärke gewonnen „schlechte Dinge“ auszuhalten. 

 

Und natürlich etwas sehr Positives: Ich habe überlebt. Es gibt leider viele Kinder die Missbrauch mit ihrem Leben bezahlen….ob nun bei der Tat oder Jahre später nach der Tat als Erwachsene durch Selbstmord…..

 

Diese Erkenntnis muss ich nun erstmal sacken lassen…. stay tuned…..

 

Sei immer du selbst

Grandios......das ist mein aktuelles Lieblingswort.Alles ist grandios und mir geht es grandios. Ich weiß gar nicht genau was passiert ist...aber es fühlt sich an als sei ein riesiger Knoten geplatzt. Ich fühle mich sicher und frei. Gefühle die sich so noch gar nicht gekannt habe. Ich könnte platzen vor Glück. Ich genieße jede Minute und lebe endlich mal im Moment. Ich bin körperlich viel entspannter und nicht mehr unter dauerhaft unter Strom. Selbst die Arbeit klappt momentan viel besser.Ich genieße die Zeit mit meinen Liebsten viel intensiver. Ich bin nicht mehr so ausgelaugt und energielos wie sonst immer.

 

Was genau hat das alles bewirkt? Der Wutbrief....die Beschäftigung mit dem "sich wertvoll fühlen"....oder das Gefühl doch LIEBENSWERT zu sein.... Es waren viele kleine Schritte in den letzten Monaten die zu diesem Zustand jetzt geführt habe. Ich habe nochmal dahin gesehen ob es weh tut. Das hat mich nun viel stärker gemacht. Ich habe keine Angst mehr. Das was früher passiert ist, ist nun wirklich vorbei. 

 

Das schönste aber ist....ich kann endlich zu mir selbst stehen. Ich versuche meine Vergangenheit nicht mehr zu verstecken. Ich stehe zu mir als Mensch....  Lange hielt ich es absurder Weise für einen Makel Opfer von Missbrauch und Gewalt zu sein. Das klingt für jeden Menschen, der soetwas nicht erlebt hat, sehr absurd. Betroffene können das aber 1:1 nachvollziehen. Man sucht die Schuld, dass das alles passiert ist zunächst bei sich selbst. Man fühlt sich dadurch einfach wertlos und wehrlos. Man versteckt sich lieber, als diese "schwache Seite" zu zeigen. Dadurch wird das ganze Leben zu einem Spießroutenlauf. Oft verliert man sich selbst dabei völlig. Mein zeigt keinem sein wahres Innenleben. Selbst vor Freunden oder Familienmitgliedern zeigt man sich.

 

Ich habe auch erst nach Jahren meine engsten Freunde eingeweiht wie es mir geht. Und das tat dann letztlich verdammt gut. Ich habe positive Erfahrungen sammeln können. Ich konnte so wieder Vertrauen in andere Menschen finden.

 

Ich fühle mich erste heute soweit, dass ich mich "zeigen" kann. Weil ich mich nun selbst endlich annehmen kann. Mit all meinen Macken und meiner Geschichte. Für die ich beiweiten sehr wenig kann. Ich kann mich nun endlich auch entfalten und mein Potential entdecken. 

 

Gestern hatte ich einen kleinen Schreibanfall und habe den Weg der Heilung mal ausführlich beschrieben. Es sollte eigentlich ein Blog-Beitrag werden. Naja...dann ist das mit dem Schreiben etwa ausgeartet und schwupps waren es sechs Seiten in kleiner Schrift. Daher ich habe ich es eigenen Unterpunkt im Menü aufgenommen. So wird meine Seite Stück für Stück etwas "runder". Heute früh im Bett ist mir aufgefallen, dass nun nur noch der Weg ins Trauma fehlt. Ich habe dies alles bereits vor Jahren einmal aufgeschrieben. Ich denke, dass werde ich verwenden. Muss es nur mal suchen. Diese dunkle Seite zu zeigen ist sicher nicht einfach. Aber es fühlt sich richtig an.

 

Hier ist der Weg zur Heilung!

 

 

Das eine Prozent

Getragen von meiner aktuellen Euphorie bin ich gestern noch zu einem Termin bei meinem Therapeuten gefahren. Natürlich habe ich ihm erstmal lang und breit von der wundervollen "Nebenwirkung" der Party berichtet. Das war ja auch die perfekte Ergänzung zum Thema "sich wertvoll fühlen" vom letzten Termin. Aber der Effekt der gelösten Handbremse führte dazu, dass fast 40 Minuten nur geredet habe. Obwohl wir uns nun seit über 6 Jahren kennen, hat er gestern noch so einige neue Dinge über mich erfahren die völlig neu waren.. Ich habe viele Details meiner Vergangenheit erzählt, über die ich bisher immer geschwiegen habe. Weitestgehend ging das auch wie von alleine. Und da wo ich doch mal tief durchatmen musste, setzen wir in den folgenden Stunden nochmal an. Es gibt da noch ein Thema um das ich mich bisher immer sehr erfolgreich gedrückt habe. Ohne dazu ins Detail zu gehen, es handelt sich um das Thema Sexualität. Jeder Betroffene von sexueller Gewalt weiß welche schwerwiegenden Folgen diese Taten auf die eigene Sexualität haben. Ob nun Missbrauch im Kindesalter oder im Erwachsenenalter....es ist danach nichts mehr wie es war...oder wie es sein sollte. Der Weg zur einem natürlichen Umgang damit ist extrem schwer. Aber es ist nicht unmöglich. Auch hier ist es wichtig die abgespaltenen Gefühle geordnet zu bearbeiten damit sie sich nicht weiter negativ auswirken können. 

 

Aber für mich das das jetzt nur noch das eine fehlende Prozent zur erfolgreichen Therapie. Es hat sich schon sooooo viel verändert und es geht mir momentan so gut wie niemals....! Aber ein wenig Perfektionistin steckt ja doch in mir und dieses verlorene Prozent hole ich mir nun auch noch zurück!!!!

 

Passend zum Thema ist mir der Lieblingssong meiner Bravo Hits 12  CD eingefallen als kleiner Rückfall in meine Jugendzeit  :)

Ich bin LIEBENSWERT

Seit ca. einem habe Jahr ich irgendwie immer das Gefühl, als wäre noch die Handbremse in meinem Lebens angezogen und ich wusste nicht was mich so bremst.  Alles lief doch bestens. Die Vergangenheit wurde immer besser verarbeitet doch irgendwas fehlte emotional noch. Es war ganz komisch. In den letzten Monaten fügten sich ja dann nach und nach alle Bausteine und am vergangenen Wochenende wurde die Bremse wohl endgültig gelöst.... 

 

Die Mega Party...vor der ich solche Angst hatte...hat alles verändert! Ich hatte ja die ganzen Wochen  Albträume das keiner kommt und die Leute sich nicht wohlfühlen und und und....aber was dann in Realität geschah war der reine Wahnsinn. Die Party war der Oberhammer. Ich habe selten so viele glückliche und feiernde Menschen gesehen. Von Arbeitskollegen über Freunde bis Verwandte waren alle da. Es waren weit über hundert Leute da. Und alle so genial drauf. Alle Vorbereitungen haben sich da gelohnt. Wir hatten zwei Live Bands die die Bühne gerockt haben.

 

Und trotz aller Panik ging es mir sooooooo gut. Ich habe sogar noch eine Ansprache auf der Bühne gehalten und um 04 Uhr morgens den letzten Gast persönlich verabschiedet. Meine besten Freundinnen standen uns den ganzen Abend mega süß zur Seite. 

 

Und heute morgen im Bett machte es dann KLICK! Was mir bisher fehlte war das Gefühl LIEBENSWERT zu sein. Durch den ganzen Müll in meiner Kindheit und  Jugend fühlte ich mich nie LIEBENSWERT. Und als mit Anfang 20 der erste Mensch in mein Leben trat, der mir dieses Gefühl vermittelt hat...da brach in mir großes Chaos aus....und es dauerte fast 20 Jahre um das Chaos zu verstehen! 

 

Klar habe ich heute ganz liebe Menschen um mich.....für die ich ganz ganz wichtig bin. Aber ich selbst hielt mich nie für LIEBENSWERT. Das macht jetzt alles so einen großen Sinn!!!!  Unglaublich! Ich bin heute fast high vor Glück!!! Einen Moment den man am liebsten einfrieren würde.  Es gibt so viele tolle Menschen die mich mögen...da wird es doch endlich Zeit, dass ich mich selbst auch mag! Mit allen Ecken und Kanten....aber wie heißt es so kitschig....ein Diamant ist auch nicht rund. In diesem Sinne...ich muss weiter aufräumen gehen und vielleicht noch etwas nachfeiern!!!!

Das Positive sehen

Heute ist ein Tag, an dem es so wichtig ist den Fokus mal auf die positiven Entwicklungen der letzten Monate zurückzublicken. Denn objektiv betrachtet könnte ich sagen ich bin gerade wieder drei Schritte zurück gegangen. Aber näher betrachtet stimmt das nicht. Nach drei sehr schlaflosen Nächten bin ich heute früh "wieder nicht hochgekommen". Ich brauchte mal wieder eine Auszeit. Eigentlich liefen die letzten Wochen ja sehr gut. Aber ich habe wieder angefangen Ängste zu verdrängen. Das Gute: Ich bemerke die Angst...doch ich kann nicht so recht damit umgehen. Es sind auch nicht die diffusen Ängste wie früher. Ich weiß sehr konkret welche Ereignisse mich ängstigen. Ich weiß nur nicht welchen Hintergrund das hat denn die Auslöser sind relativ banal. Naja...vielleicht doch nicht so banal. Zum einen stresst mich jetzt schon seit einigen Wochen eine Party die ich bzw. wir am Wochenende geben werden. Eine Party zu der ca. 150 Leute kommen. Eigentlich alles Menschen die ich sehr mag und mit denen wir einfach mal feiern wollen. Allerdings habe ich bereits seitdem wir die Party geplant haben immer wieder Albträume davon. Und ich kann nicht wirklich definieren was mich so triggert in dem Zusammenhang. Sind es die vielen Menschen, das ich in dem Zusammenhang nicht alles kontrollieren kann, oder ist es ein Problem im Mittelpunkt zu stehen an dem Abend...oder das ich alle Menschen zufriedenstellen will. Vielleicht sollte ich den Trick versuchen und mir vorstellen was mir im Zusammenhang mit der Party am im schlimmsten Falle passieren könnte. Dieses Gedankenspiel mache ich gleich mal beim Gassi gehen...vielleicht bringt es ja Beruhigung wenn ich merke wie irrational die Angst ist.

 

Das zweite Thema das Angst erzeugt ist eher medizinisch. In meinem Schienbein wächst seit ein paar Monaten ein Knubbel kontinuierlich. Zuerst habe ich den ignoriert. Nun wurde er aber immer größer und deutlich spürbarer. Ich war beim Arzt und das Ultraschall ergab das da etwas unter der Haut ist. Es ist ca. 1 x 3 cm groß. Ich soll nun zum MRT. Den Termin habe ich zum Glück schon morgen. Auf der Überweisung steht unklarer subkutaner Tumor. Seit dem ich die Überweisung bekommen habe versuche ich das beiseite zu schieben. Unterbewusst mache ich mir dazu aber anscheinend doch mehr Gedanken als mir lieb ist. Eigentlich eher wegen einer anderen Tatsache. Ich hadere ja immer mal wieder mit meinem Job...und vor einigen Wochen habe ich mir gesagt, dass ich den Job aufgeben sollte ich irgendwann Krebs bekommen. Das ist alles etwas makaber...ich weiß...und noch immer sage ich mir das das Ding im Bein sicher harmlos ist....aber das ich so schnell meine Aussage von damals konkret bedenken muss ist schon heftig. Das stellt einiges in Frage....Fragen die ich zu gerne ignoriere. 

 

Und nun ist es an der Zeit das Positive zu sehen. Ich nehme alle diese Vorgänge in mir bewusst wahr. Ich somatisiere nicht bis zum abwinken. Ich bin körperlich zwar nicht mega fit...aber ich habe auch keine Schmerzen. Was will man mehr...

 

Nun muss ich den Kopf mal etwas frei bekommen...zum Glück ist Sturm in Norddeutschland ;)!

 

Und wieder das passende Lied dazu gefunden........

 

Wertlos die Zweite

Die EMDR Sitzungen sind zur Zeit immer ein Überraschungspaket. Im Gegensatz zu früher gehe ich zur Zeit meistens ohne ein spezielles Thema zu den Stunden. Aber irgendwie kommen wir dann doch tatsächlich immer wieder zu genau zu den fehlenden Puzzelteilen. Heute ging es nochmal um das Gefühl der Wertlosigkeit. Bereits als wir den Missbrauch bearbeitet haben, war das schon mal ein sehr wichtiges Thema. Ich hätte daher nicht erwartet, dass ich nochmal doch recht emotional mit diesem Gefühl in Kontakt kommen könnte. Diesmal ist es aber eher mit Erinnerungen an meine "Familie" verbunden. Meine Mutter war sehr dominant und Sprunghaft in ihren Emotionen. Meine persönliche Entwicklung stand immer im Spannungsfeld der unbeständigen Reaktionen ihrerseits. Ihre wütende und gewalttätige Seite gab mir so oft das Gefühl wertlos zu sein. Und das ist ein Gefühl, dass man auch nicht durch gutes Zureden der Außenwelt leicht verändern könnte. Klar bin ich für meine neue Familie und meine Freunde oder für meine Arbeitskollegen wertvoll. Aber das meine ich nicht. Und da wurde es in der EMDR-Stunde fast etwas philosophisch. Es geht um das innere Gefühl etwas wert zu sein. Wie gibt man sich selbst dieses Gefühl wenn es sich nie entwickeln konnte. Sich selbst etwas wert sein...sich selbst wichtig nehmen...natürlich ohne abzuheben. 

 

Ich war in der Stunde sehr ratlos wie sich ein solches Gefühl nur entwickeln soll. Auf der Fahrt nach Hause kam mir letztlich nur ein erster Ansatz: Die Stimme, die mir immer wieder sagt, dass ich wertlos sei, muss einfach leiser werden oder im besten Fall ganz verstummen. Erst dann kann die zarte Pflanze des Gefühls "WERTVOLL" zu sein, wachsen. 

Wutbrief

Ich kann die heutige Stunde bei der Osteopathin gerade nicht ausführlich beschreiben. Aber es ging um Gefühle...und um Wut. Mir wurde klar, dass ich Wut nie zeigen durfte. Und so fraß ich sie in mich rein und zerstörte mich fast selbst. Damit ist heute zum Glück Schluss. Ich habe auf der Fahrt nach Hause überlegt wie ich mit der Wut umgehen kann. Eine Konfrontation ist zwecklos... von daher war plötzlich das Naheliegende offensichtlich. Ich kann heute Worte nutzen. So entstand gerade der nachfolgende Wutbrief....und er hat genau hier seinen richtigen Platz:

 

 

 

"Meine Waffe ist das Wort. Nach 35 Jahren gibt es keine andere Möglichkeit sich gegen euch zu wehren. Meine Wut und meine Trauer habt ihr nie erlaubt. Ich sollte funktionieren wie ein dressierter Affe und sollte keine Schwierigkeiten machen. Wie es mir dabei geht hat euch nicht interessiert. Wie ich als zweijähriges Kind die Einsamkeit und eure unbeständigen Launen ertragen konnte hat euch nie interessiert. Ich durfte keinen Ärger machen. Meine Bedürfnisse waren euch egal. Wichtig war es nur nach außen zu glänzen. Später wurde jede gezeigte Wut nur mit noch mehr Ärger bestraft. Als logische Konsequenz verdrängte ich all diese Gefühle und wurde krank. Aber auch das machte euch nicht stutzig. Wie sollte ich ohne Worte sonst ausdrücken wie sehr ich alles zum Kotzen fand…. Und da sich auch dadurch nichts veränderte richtete sich all die Wut plötzlich gegen mich selbst. Von euch Schutz und Sicherheit zu erwarten war wohl zu viel verlangt. Ihr hattet keinen blassen Schimmer wie es mir geht…denn ihr wolltet es gar nicht wahrnehmen. Es hätte euer Leben nur komplizierter gemacht. Danke auch! Ihr habt es geschafft, dass die Wut mich fast aufgefressen hat. Sie hätte mich fast zerstört. Sie hat dazu geführt, dass ich Menschen die es gut mit mir meinten sehr verletzt habe. Das Beste in meinem Leben war die Entscheidung nichts mehr mit euch zu tun haben zu wollen. Ihr habt mir so lange einreden wollen wie „gut“ ihr es doch mit mir gemeint habt. So lange, dass ich es fast selbst geglaubt habe. Aber so geht man mit einem Kind einfach nicht um. Das habe ich nicht verdient! Ihr könnt mich heute nicht mehr verletzten. Ich habe keine Angst mehr vor euch. Ihr habt keine Macht mehr über mich. Ich bin erwachsen und kann mich wehren. Allerdings wäre jede Diskussion mit euch zwecklos. Ihr würdet lügen und bagatellisieren so wie damals, als ich es gewagt habe das alles anzusprechen. Vielleicht hattet ihr wirklich eure „Gründe“ so zu handeln…und irgendwie glaube ich auch, dass ihr mich irgendwie geliebt habt…allerdings machten es eure eigenen Probleme wohl anscheinend schwer das vernünftig zu zeigen. Im Gegensatz zu euch habe ich es geschafft die beschissene Vergangenheit hinter mir zu lassen und habe heute die Familie die ihr mir nie geben konntet. Ich kann Liebe geben und empfangen. Das was euch nie möglich war!!!! Ihr seid mir nun egal. Denn so geht man nicht mit einem Kind bzw. einem Menschen um!!!!!!"

Face the fear

Der Angst ins Gesicht zu sehen ist ein ganz schön krasser Weg. Recht spontan haben wir gestern im EMDR entschieden mit dem Gefühl, das jemand meine Kehle zudrückt, zu arbeiten. Allein die körperlichen Reaktionen wenn ich daran denke sind heftig. Klassische Angstreaktionen des Körper. Hitze, Schwitzen, erhöhter Blutdruck...genau das entsteht in wenigen Sekunden. Aber ich bin im Grunde froh die Angst nun so deutlich wahrzunehmen. Allerdings kann ich sie nur verarbeiten wenn ich weiß was dahinter steckt. Als ich hinspürte war sofort wieder das Gefühl festgehalten zu werden. Und später fiel mir auf, dass ich immer nur die Hand an meiner Kehle spüre und gar nicht die Person dazu. In dem Moment gab es einen richtigen Stich in meinem Herzen. Ich weiß, dass dieses Gefühl mit meinen Eltern zusammenhängt. Es ist keine fremde Person die damit zusammenhängt. Ich versuchte dann langsam den "Griff" zu lösen. Interessanter Weise wechselte sich dadurch etwas meine "Größe". Als der Griff noch da war, fühlte ich mich klein und wehrlos. Als der Griff sich lockerte wurde ich plötzlich größer und "erwachsener". In dem Moment erklärten sich mir auch meine Träume der letzten Wochen. Ich bin unheimlich stark geworden, habe mich aus dem "Griff" aber immer noch nicht gelöst. Das sorgt noch für die verdrängten Ängste. Vielleicht sorgt diese Angst auch noch dafür, dass ich Gefühle wie Trauer und Wut in Richtung meiner Familie immer noch blocke. Ich musste von Kleinauf meine Gefühle unterdrücken um keinen "Ärger" zu bekommen. Ärger der mit Gewalt zu tun hatte. Daß das einen riesigen Schaden verursacht  macht Sinn. 

 

Gestern Abend im Bett kam die Angst dann nochmal ganz deutlich spürbar hoch. Diese Reaktion hatte ich Anfang des Jahres ja schonmal. Damals somatisierte ich aber Nachts dann stark. Diesmal war die Angst ganz bewusst da und nicht auf körperlicher Art und Weise. Als ich geschlafen habe hatte ich seit langem mal wieder keine (Alb)träume. Also es verändert sich tatsächlich noch einiges. 

 

Wie es der Zufall so will habe ich heute direkt einen Termin bei der Osteopathin. Ich denke dafür war das gestern eine perfekte Vorarbeit. Ich weiß noch nicht was mich dort erwarten wird...aber was auch immer passiert...es wird genau richtig sein!

 

Für die Kleine:

 

Verdrängte Ängste

Im März habe ich ja eine kleine Therapiepause eingelegt. Es war ein Test wie alles so läuft. Und ich muss sagen, es geht mir nach wie vor ganz gut. Es hat sich einiges verändert durch die erneute Bearbeitung der Themen. Viele Ängste sind mir viel bewusster geworden und ich stelle mich dem Leben irgendwie ganz neu. Allerdings scheine ich noch immer irgendwas zu verdrängen. Ich habe ja kürzlich bereits von den Träumen geschrieben. In den letzten Tagen wiederholen sich die Träume, in denen ich mich gegen "Personen" wehren muss, immer öfter. Das ist schon etwas auffällig. Es sind ziemlich intensive Kämpfe und sie gehen eigentlich immer offen aus. Es gibt keinen Gewinner und keinen Verlierer. Allerdings sind die Kämpfe meist sehr brutal und gewalttätig...teilweise mit Messern und Schusswaffen. Ich sehe die Angreifer auch nie so richtig. Mal sind es Männer...aber vor zwei Nächten auch mal eine Frau. 

 

Da ich heute wieder zu meinem EMDR-Therapeuten fahre überlege ich natürlich etwas intensiver was hinter diesen Träumen steckt. Warum ich mich auf unbewusster Ebene noch immer in einem solchen "Kampfmodus" befinde. Es kam mir gerade eine Theorie dazu in den Sinn: Die Gewalt und der Missbrauch gingen ja von meinen Eltern aus. Das ganze aber unter dem Deckmantel der total heilen Familie. Meiner Mutter glaube ich in gewisser Weise sogar, dass sie es "gut" gemeint hat bzw. nicht anders konnte da sie auch aus einer lieblosen und gewalttätigen Familie stammt. Tja...und mein Vater....ihm glaube ich kein Wort...er wird seine Geheimnisse wohl mit ins Grab nehmen und eine Auseinandersetzung damit wird nie ehrlich möglich sein. Ich habe trotz allem erst 2012 geschafft den Kontakt komplett abzubrechen. Seitdem geht es mir ja immer besser. Dennoch gab es sozusagen nie eine "Aussprache" darüber...wenn man das überhaupt so nennen könnte. Es ist ein offenes Ende. Und umso älter sie werden...beide sind über 70...umso mehr Ängst habe ich davor, dass sie sich irgendwann melden könnten. Wenn ich an diese Angst denke werde ich tatsächlich wieder vier Jahre alt...das offene Ende habe ich damals so gewählt. Ich will einfach nur meine Ruhe davor haben. Aber holt es mich nun tatsächlich in den Nächten wieder ein? Welche andere Art der Verarbeitung gäbe es denn überhaupt? Klar verdränge ich dazu noch vieles...weil die Gedanken daran einfach schmerzhaft sind. Mir wurde Jahrelang eingeredet, das sie nur mein Bestes wollten...das Beste hätte mich fast ins Grab gebracht. Vielleicht muss ich mir meiner Gefühle ihnen gegenüber bewusster werden. Mir erlauben traurig und wütend zugleich zu sein. Vielleicht hören dann auch die Träume auf. In diesem Konflikt geht es heute nicht mehr darum, dass der Eine stärker ist als der Andere. Es geht darum sich wehren und abgrenzen zu können.  Eigentlich ist die Entwicklung in den Träumen ja ganz positiv zu sehen. Früher war ich immer ausgeliefert im Traum...das ist ja zumindest nicht mehr der Fall....am Rest arbeite ich fleißig weiter!

Träume - Fluch und Segen

Mir geht es ja momentan ziemlich gut. Dennoch träume ich nahezu jede Nacht ziemlich wirres Zeug. Diese Träume sind Fluch und Ansehen zugleich. Ein Fluch weil ich mich morgens immer total unerholt fühle und ich manchmal das Gefühl habe Tag und Nacht wach zu sein. Als ob ich ganze Nacht fern gesehen hätte. Und dabei manchmal ziemlich "packende" Thriller. Wenn das dann nahezu alle Nächte in der Woche der Fall ist geht man irgendwann einfach auf dem Zahnfleisch....

Allerdings sind mache Träume auch in gewisser Weise immer sehr Wegweisend für mich gewesen. Oder sie geben Hinweise auf Themen die noch bearbeitet werden müssen. Ich habe z. B. zwei wiederkehrende Traum-Themen die sich im Laufe der Jahre unheimlich verändert haben. Bereits in jungen Jahren, träumte ich immer dass ich einen Notfall habe und mit dem Handy Hilfe rufen wollte. In dem ersten Jahren konnte ich immer die Nummer 110 nicht tippen. Später konnte ich wählen aber nicht sprechen. In den neuesten Träumen dazu konnte ich dann endlich sprechen und Hilfe rufen. Das passte 1:1 zu meiner Entwicklung über das zu sprechen was mir passiert ist.

 

Ein anderes Traummuster ist, dass ich eine Waffe habe, sie aber nicht benutzen kann bzw. sie nicht trifft. Zuerst hatte ich immer allein schon Probleme die Waffe zu benutzen, später klemmte sie immer und in den letzten Träumen konnte ich zwar schießen, aber die Kugeln stoppen dem Angreifer einfach nicht. Sie sind wirkungslos. Genau so einen Traum heute Nacht wieder. Es zeigt das ich mich endlich wehren will, es aber noch nicht so richtig wirkungsvoll klappt. Ich fühle mich in gewisser Hinsicht noch immer ausgeliefert. Das passt natürlich genau zu dem was in der Therapie passiert. Aber trotzdem hab ich mich heute früh wie gerädert gefühlt.

Allerdings habe ich abends keine Angst mehr einzuschlafen. Ich lasse die Träume einfach kommen. Ob ich mich wehren oder Angst habe...die Träume machen was sie wollen!!! 

Atmen

Gestern bin ich erneut über einen großen Schatten gesprungen. Recht spontan hat sich ergeben, dass mich mein Lieblingsmensch mit zu dem Termin bei der Osteopathin begleitet hat. Das ist ein sehr großer Schritt für mich gewesen. Die Folgen des Missbrauchs und der Gewalt haben natürlich auch immer mal wieder Auswirkungen auf die Beziehung. Wobei das natürlich früher bzw. in früheren Beziehungen noch viel schlimmer war. In jungen Jahren konnte ich ja kaum Nähe ertragen. Das hat sich ja schon sehr verändert. Trotzdem fällt es mir noch immer oft schwer zu reden über das was in mir vorgeht. Ich versuche das alles mit mir auszumachen und natürlich merkt jemand der einem so nahe steht trotzdem was los ist. Irgendeine innere Stimme sagte mir, dass es gut wäre zu zweit zu dem Termin zu gehen und so fegte ich alle Bedenken beiseite und auch die Osteopathin hatte kein Problem damit, dass wir zu zweit kommen. Zuerst hatte ich Angst, dass ich mich nicht so richtig drauf einlassen kann wenn noch jemand im Raum ist. Aber das blendete ich recht schnell aus. Die Thematik, an der wir gerade arbeiten ist echt extrem. Die ganzen Schmerzen im Bauchraum sind ja weg, aber nach wie vor habe ich das Problem bzw. das Gefühl als wäre mein Brustkorb total eingeengt und ich kaum Luft bekomme wenn ich in Richtung Angst spüre. Als wäre mein Hals zugeschnürt. 

 

In der Sitzung sind wir auch genau an dieses Gefühl gekommen. Die Energie wanderte immer mehr Richtung Hals. Die Osteopathin zog draufhin meinen Lieblingsmenschen hinzu um mir zusätzlichen Halt zu geben. Das gab mir tatsächlich unheimlich viel Sicherheit und Kraft. So schaffte ich es immer mehr hinzuspüren. Ich fühlte so eine heftige Angst verbunden mit dem Gefühl keine Luft zu bekommen. An Sprechen war kaum noch zu denken. Ich atmete dann mehrmals tief ein. Als ob mein Leben davon abhängt "Luft zu bekommen". Es fühlte sich an, als würde eine Hand meine Kehle zudrücken. Es war so ein reales Gefühl. Ich schaffte es aber weiterhin mich gut um Hier und Jetzt zu halten. Die Energie löste sich auch Stück für Stück ein wenig mehr. Wir sind noch nicht ganz durch...aber einen großen Schritt weiter gekommen. Die zusätzliche Unterstützung war super. Auch wenn es nicht einfach war für meinen Lieblingsmenschen dabei zu sein. Aber gemeinsam bekommen wir das hin. 

 

Ich habe mitgenommen, dass ich nun ATMEN kann wenn die Angst kommt. Ich bekomme Luft!!!!

 

Fortsetzung folgt...

 

Good times and bad times

So ich bin zurück aus dem Urlaub. Es war eine sehr schöne Reise. Ich habe wieder einige neue Ecken der Welt kennengelernt und etwas Sonne getankt. Mir ging es im Urlaub eigentlich auch ziemlich gut. In der Mitte der Woche sogar sehr sehr gut. Ich fühlte mich so frei und kraftvoll wie selten. Und genau in der darauffolgenden Nacht träume ich wieder so einen heftigen und realen Albtraum der mich seitdem sehr beschäftigt. Ich habe aus der Vogelperspektive gesehen wie ein Mann ein kleines Mädchen vergewaltigt. Es war so real und nah und so erschreckend. In einer solchen Deutlichkeit tauchten diese Bilder nur selten auf. Nach dem Traum war ich ziemlich neben der Spur.  Ich habe dann versucht das "positive" daraus zu ziehen. Anscheinend bin ich nun tatsächlich so stark und stabil um diese Bilder auszuhalten. Die letzten Schritte nun endlich zu gehen. Ich werde mit diesem Traum in der nächsten Woche bei meinem EMDR-Therapeuten weiterarbeiten.  Zudem habe ich morgen einen Termin bei der Osteopathin. Dort ging es ja beim letzen Mal um die Last auf meiner Brust und diese Sperre im Halsbereich. Daran will ich morgen arbeiten. 

 

Die Schmerzen im Bauchbereich, die wir in der letzten Stunde bearbeitet haben, sind seitdem tatsächlich vollständig weg. Ich finde das immer wieder total unheimlich...aber es tut mir wahnsinnig gut. 

 

Ich habe diese Woche zum Glück noch frei. Ich kann morgen also ganz entspannt hinfahren und schauen was passiert. Ich kann es zulassen....

Kleine Auszeit

Es liegen sehr anstrengende Wochen hinter mir. Die Traumatherapie hat sowohl körperlich als auch emotional viel Kraft gekostet. Und das dann noch neben der Arbeit durchzuziehen war schon heftig. Aber nun ist eine kleine Auszeit angesagt. Ich habe zwei Wochen Urlaub und morgen geht es für eine Woche weg. Raus aus dem Kühlschrank...ab in die Sonne. Eine Woche Kanaren-Kreuzufahrt steht bevor. Die Belohnung für all die Mühen. Ich liebe diese Weite des Meeres. Vor meiner ersten Kreuzfahrt hatte ich ja Angst, dass mich die "vielen" Menschen auf so kleinem Raum zu sehr "erdrücken". Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Es gibt so viele "einsame" Ecken auf den Schiffen, dass man auch locker seine Ruhe haben kann. Und dann einfach nur irgendwo rumliegen und lesen oder dösen. Ich liebe das einfach. Zudem interessante neue Orte kennenlernen. Das gibt mir einfach immer wieder Kraft!

 

So nun bin ich dann mal weg....

Nachhilfe in Sachen Körpersprache

Heute habe ich wieder eine Nachhilfestunde in Sachen Körpersprache erhalten. Eigentlich wäre meine nächste Stunde bei der Osteopathin erst Mitte März gewesen. Dank der Absage hatte ich heute spontan die Chance auf eine Sitzung. Mir passte das ganz gut, denn obwohl es mir momentan echt super geht, leide ich nach wie vor an den komischen unangenehmen Gefühlen/Schmerzen in der Nacht. Es ist nicht mehr so schlimm wie vor zwei Wochen, aber auf Dauer nervt es schon ein wenig. Es ist immer ein Druckgefühl im Oberbauch/Brustraum wenn ich in der Nacht aufwache. 

 

Nachdem ich die Osteopathin kurz berichtet habe was sich in der letzten Woche noch alles Wichtiges ereignet hat starteten wir mit der Körperarbeit. Sie landete sofort an einer Stelle an meiner rechten Bauchseite die eine extreme Hitze abgab. Ich kann ja im Grunde auch nicht so ganz beschreiben was da alles passiert, aber irgendwie ist es tatsächlich wie eine Art Nachhilfe in Sachen Körpersprache. Aufgrund der Traumatisierungen habe ich ja irgendwie den "Kontakt" zu meinem Körper verloren. So wie ich die Gefühle abgespalten habe, habe ich auch mein Körpergefühl verloren. Ich habe einfach keine wirkliche Wahrnehmung für meinen Körper entwickelt. Dennoch ist alles abgespeichert und muss wohl einmal "aktiviert" werden. Zumindest ging die Sitzung heute unheimlich tief. Als ich hinspürte fühlte es sich körperlich an wie ein Stein, der auf meiner Brust liegt. Zentnerschwer nahm er mir förmlich den Atem. Es war so ein unangenehmes, erdrückendes Gefühl.  Ich fühlte mich so ausgeliefert und hilflos. Meine Arme fühlten sich vollkommen kraftlos an. 

 

Ich weiß ja aus den EMDR-Stunden, dass ich mich logischer Weise körperlich nicht wehren konnte, da ich einfach zu klein war. Heute kam aber noch ein ganz anderer Aspekt hoch, der mir ziemlich nah ging...und zwar nicht nur die körperliche Unfähigkeit sich zu wehren...sondern die "psychische" Unfähigkeit sich zu wehren, da ich einfach nicht nein sagen konnte oder noch schlimmer...nicht durfte. Selbst jetzt trift mich diese Erkenntnis mitten ins Herz. Ich hätte in der Stunde um ein Haar geweint...und das heißt schon was.

 

Wir haben dann ein paar Strategien gesucht, wie ich mehr Kraft entwickeln könnte. Schlagen ging nicht...aber ich hatte den Drang die Kraft in den Armen zu spüren. Liegestütze kamen mir in den Sinn um mich "ihm" entziehen. Zudem drehte ich mich irgendwann um auf den Bauch...davor hatte ich zunächst richtig Angst...aber es half dann letztlich doch mehr Abstand zu gewinnen. Um zu merken, dass man aus der Situation rauskommen kann. Das half auf jeden Fall sich wieder im Hier und Jetzt zu finden und zu stabilisieren.  Ich habe jetzt rückwirkend das Gefühl, dass ich diese Erfahrung nutzen in einer der nächsten Stunden noch "näher" ran zu gehen!

 

Irgendwie ist es aber auch nicht fair, das alles noch einmal so nah spüren zu müssen... aber anscheinend der einzige Weg um es zu verarbeiten... ein Weg auf dem ich noch einiges an Kraft brauchen werde.....

Der richtige Filter zählt

Ich liebe Instagram. Ich habe ohenhin eine Leidenschaft für Fotos, da liegt es natürlich nahe das mir Instagram gefällt. Heute früh fiel mir auf, dass es nicht nur bei Instagram sondern auch Leben manchmal einfach auf den richtigen Filter ankommt. Mir geht es ja nun seit Dienstag wirklich sehr gut. Der "Angst-Filter" ist irgendwie weg. Ich sehe alles viel klarer und spüre alles viel deutlicher. Man kann das wirklich schwer in Worte fassen. Um es in Instagram-Worten zu beschreiben ist aus dem Monochrom-Filter ein Lo-Fi geworden. Alles sieht intensiver aus. Klar kommen auch mal die Momente, wo der düstere Filter vielleicht mal notwendig ist, aber das dann nur vorübergehend. 

 

Ich habe mir nun passender Weise für Missbrauch_Verarbeiten auch einen Account bei Instagram angelegt. Ich will ihn nutzen um den Focus...oder auch Filter...auf die guten Momente zu legen. Momente der Zufriedenheit, aber auch des Nachdenkens in Fotos einzufangen. 

 

Das Leben besteht zwar nicht nur aus Fotos...ein Bild sagt aber manchmal mehr aus 1000 Worte!

 

Touched

Ich habe es gestern doch gewagt und habe mir das Theaterstück "Touched" von Denise Stellmann angeschaut. Es waren fast zwei Wochen innerer Kampf ob ich hinein gehen soll oder nicht. Gleichzeitig waren es die zwei intensivsten Therapiewochen die ich hatte. Mit so vielen Auf- und Ab's. Leider hatte mein Lieblingsmensch nicht den Mut und die Kraft mit mir in das Stück zu gehen. Das habe ich akzeptiert. Und meine beste Freundin, die mich sicher begleitet hätte, hatte aber an beiden Vorstellungstagen schon wichtige Termine. Ich habe mich daher an meine alte Selbsthilfegruppe in Hamburg gewandt und sie zwei Frauen daraus sind mitgekommen. Das gab mir den Mut und den Halt hinzugehen. 

 

Ich habe mich ja vorher immer wieder gefragt, warum ich solch eine Angst habe mir das Stück anzusehen. Klar war die Angst da getriggert zu werden. Aber die größere Angst war eigentlich in "den Spiegel" zu schauen. Dennoch war ja ein innerer Antrieb da, das Stück unbedingt sehen zu wollen. Ich bin nun unendlich froh, dass der Mut gesiegt hat.

 

Das Stück war einfach grandios. Die schauspielerische Leistung war allein beeindruckend. Aber was dort auf der Bühne stattgefunden hat war tatsächlich der Spiegel meines Lebens. Das fällt mir selbst beim schreiben jetzt schwer in Worte zu fassen. 

 

Die Mischung aus totaler innerer Verzweifelung und die Macht der inneren Bilder...gepaart mit dem Wunsch einfach immer nur ein "normales" Leben führen zu wollen hätte nicht treffender dargestellt werden können!  Es ging stellenweise ganz schon an de Nieren. Die heilsame Reise in die Kindheit, die mit Filmanteilen untermalt wurde, war für mich ein Moment indem mein Atem stockte und ich wirklich zu kämpfen hatte. Genau diese Phase habe ich in den letzten Wochen erlebt. Aber es war im Stück auch der Schritt zur Heilung.

 

Der ganze Schmerz wurde von der Schauspielerin so perfekt dargestellt, das war schon unheimlich. Selbst das Thema mit den Selbstmordgedanken wurde nicht tabuisiert und der eigentliche Grund, warum diese einen die Dämonen verfolgen gut herausgearbeitet. Eigentlich will man ja Leben. Diese Phase hatte ich ja in den kompletten 20er Jahren. Wahnsinn wie ich das ausgehalten habe.

 

Am schönsten  finde ich aber, dass in dem Stück nicht allein die Sicht der Betroffenen dargestellt wird, sondern mit ebenso grandioser Leistung die Sichtweise der besten Freundin. Obwohl sie die Dämonen nur von außen betrachten kann, versucht sie es zu verstehen, sagt aber auch wo ihre Grenzen sind. Sie versucht Leichtigkeit in das Denken zu bringen, ist aber selbst oft einfach nur verzweifelt. Ich hatte zum Glück auch immer "Tonis" im Leben dir mir halfen. Aktuell eine, die der gespielten "Toni" zum verwechseln ähnlich ist...inkl. der Kinderriegel zur Heilung!!! Das ist schon unheimlich. 

 

Allerdings macht mich gerade traurig, dass ich die wichtigste Freundin, die mich 10 Jahre begleitet hat, heute nicht mehr an meiner Seite ist. Und das aufgrund einer "Nichtigkeit". Das gibt mir gerade sehr zu denken. Denn sie ist mit mir emotional durch dick und dünn gegangen und half mir in den schlimmsten Zeiten.

 

Das einzige was für mich in dem Stück etwas unglücklich dargestellt wird ist das Thema mit der professionellen Hilfe. Ich hätte diesen Weg ohne die Therapeuten die mich begleitet haben niemals geschafft. Ich war dreimal in Kliniken und sicher macht man dort nicht nur gute Erfahrungen...aber es waren immer wichtige Schritten um weiter zu kommen. Insgesamt habe ich seit 2002 mit sechs sehr unterschiedlichen Therapeuten gearbeitet und jeder hat genau den richtigen Abschnitt geprägt und begleitet. Im dem Stück kam dieser Part so gut wie gar nicht vor bzw. wurde es eher negativ dargestellt. Die richtige Hilfe zur richtigen Zeit kann aber Gold wert sein. Allerdings muss man sich wirklich immer wieder trauen sich darauf einzulassen. Das ist gerade bei der komplexen PTBS recht schwer. 

 

Am meisten schmunzeln musste ich ja darüber, dass die "Hauptdarstellerin" am Ende der Heilung das Schreiben begann. Ich habe ja auch vor einigen Tagen realisiert, dass ich nun schon seit zwei Jahren den Blog habe und das Schreiben ein so wichtiges Ventil geworden ist. 

 

Heute Nacht hatte ich direkt wieder einen sehr passenden Traum, in dem meine neu gewonnene Stärke direkt spürbar war. Ich konnte mich endlich wehren....das ist so ein gutes Gefühl.

 

Das nachfolgende Lied lief als die Schlüsselszene des Stücks abgespielt wurde.....es wird mich wohl noch ein paar Tage begleiten.....

 

Ich bin froh den Mut gehabt zu haben und mich meiner Angst wieder einmal gestellt habe!!!!!!!!!!!!!!

Die Angst ist freigelegt

Ich fühle mich heute so gut wie seit langem nicht mehr....vielleicht sogar wie noch nie... Ein gewisses Gefühl der Entspannung und Freiheit erfüllt mich. Vielleicht ist Ausgeglichenheit auch das richtige Wort dafür. Die letzten Wochen waren so intensiv. Ich glaube aber ich habe das Ziel erreicht. Ich habe die Angst freigelegt. Den Schmerz zugelassen. Die ungeweinten Tränen endlich geweint. Ich habe angefangen zu sprechen. Ich FÜHLE einfach endlich. 

 

Die Angst die mein Leben schon begleitet liegt nun offen da. Ich habe in all den Jahren die unterschiedlichsten Strategien angewandt um die Angst zu verleugnen, unterdrücken oder vor ihr wegzulaufen. Hauptsache keinen Kontakt damit bekommen. Das erste Gedicht, dass ich im Alter von 12/13 geschrieben habe handelte von der Angst. Nur wie sollte man damit umgehen, wenn man sie nicht in Worte fassen konnte. Nur der Körper konnte die Angst ausdrücken. 

 

Ich musste als Kind verdammt viel aushalten. Neben dem Missbrauch hat auch die Vernächlässigung stark mit der Angst zu tun. In den letzten EMDR-Sitzungen tauchten ja Bilder meines Kinderzimmers bzw. des Zimmers auf, in dem ich die ersten Jahre verbracht habe. Ich hatte mein Bett bis ich ca. 3 Jahre alt war im Zimmer meiner Erzeuger. Allein wenn ich an diesen Raum denke schlägt mein Herz schon schneller. Ich verbinde nichts Gutes damit und genau daher kommt die Angst. Es ist eine so existentielle Angst und sie war immer da. Wie das Leben ohne diese Angst ist weiß ich gar nicht. Allerdings habe ich den letzten zwei Tagen einen kleinen Vorgeschmack bekommen. Es fühlt sich einfach freier an.  Als Kind habe ich diese Phase zwar körperlich überlebt....die Gefühle spalteten sich jedoch von mir ab. Ich hole sie mir nun zurück. 

 

Und dass ich das alles als Kind überlebt, habe gibt Kraft das heute auch auszuhalten. Ich bin nicht mehr allein im Dunkeln. Ich muss nur noch einmal hingehen und mir meine Gefühle zurückholen! Damit ich Dunkelheit ertragen kann!

 

Nun macht es auch Sinn dass ich den letzten Wochen immer Nachts die Symptome hatte. Es hat mich da eingeholt wo es entstanden ist. An den letzten zwei Abenden merkte ich die Angst deutlich als ich im Bett lag. Ich konnte sie aber aushalten bzw. erstmal nur wahrnehmen.  Morgen habe ich wieder einen EMDR-Termin und ich will an/mit der "Dunkelheit" arbeiten. Und ich werde es aushalten!

 

Heute ist mir auch der Song "Gebrannte Kinder" von Wirtz wieder in den Sinn gekommen. Ich habe bei YouTube ein besonderes Video dazu gefunden. Zum Glück erst heute. Der Song beschreibt so krass was die Gewalt den Kindern antut. Damit ist körperliche als auch seelische Gewalt gemeint. Es zerstört förmlich Leben!

 

Ich habe trotz aller widriger Umstände das Potential gehabt mir ein vernünftiges Leben aufzubauen. Es stand oft auf dem Spiel aber alles ist gut geworden. Die Angst hat mich einen Job wählen lassen der mir "Sicherheit" gab bzw. gibt. Ich kann zwar nicht gut reden...bin aber kreativ und lösungsorientiert. Auch dazu hat die Angst beigetragen. Ich bin sehr misstrauisch...aber habe auch ein gutes Gespür für andere Menschen. Auch das verdanke ich der Angst. Die Angst wollte mich vielleicht nur schützen....hat es damit aber etwas übertrieben!!!!!!!

Die Welle aushalten

Am gestrigen Tag hat sich soviel gelöst. Nicht nur bei der Osteopathin, sondern auch noch abends gegenüber meinem Lieblingsmenschen. Es brach aus mir heraus und ich weinte .... und weinte .... und weinte. All die Anspannung der letzten Wochen löste sich. Morgens hatte ich noch beschrieben, dass es sich anfühlt als stünde ich vor einer Welle und ich wusste nicht ob ich es aushalte wenn die Welle über mich hereinbricht. Mutig habe ich mich an diese Welle herangetastet und ich habe sie ausgehalten. Es war schmerzhaft...und bizarr...das etwas ALTES so weh tun kann, aber es war so wichtig es rauszulassen. 

 

Ich habe in der letzten Nacht seit Wochen das erste Mal ohne Panik, Übelkeit oder Schmerzen geschlafen. Ich muss zugeben, da war etwas Angst als ich im Bett lag und das Licht aus war. Aber ich habe einen Trick aus Kindheitstagen angewandt. Da war die Lösung einfach "Kopfkino". Ich habe mich gedanklich einfach an einen schöneren Ort geträumt. Orte die mir Sicherheit gaben. Im Endeffekt habe ich damals unbewusst eine Art Hypnose-Therapie gemacht. Nur so habe ich das alles ausgehalten. Vor allem in der Pubertät  hat mir das extrem geholfen. Teilweise kam ich von der Schule und habe mich nur noch aufs Bett gelegt und stundenlang weit weg geträumt.  So weit wird es nun natürlich nicht wieder kommen. Ich werde diese abendliche Angst auch noch in den Griff bekommen. Aber immer besser wenn ich die Traumthemen bestimme als wenn mich die Albträume einholen.

 

Andererseits fällt mir auf, dass ich viele Dinge, die ich mir erträumt habe nun heute tatsächlich habe. Mein Unterbewusstsein kannte den Weg wohl schon!!!!

 

Abschließend kann ich sagen, dass die Welle zwar gewaltig und nass und kalt war...mich aber nicht umgebracht hat!!!

"Nein"

Das Stechen in der Brust hat mich in den vergangenen fünf Tagen immer wieder heimgesucht. Immer wenn ich zur Ruhe komme fängt es an. Vor allem halt Nachts. In der letzten Nacht bin ich auch wieder aufgewacht und dieser Schmerz war sofort da. Ich habe ja dann länger wach gelegen und mir kam ein passendes Bild dazu. Es fühlt sich an, als wäre Stacheldraht um mein Herz....

 

Ich habe zum Glück für heute einen Termin bei der Osteopathin bekommen. Gegen die ständige Übelkeit half die letzte Stunde bei ihr ja schon richtig super. Das ist seitdem völlig weg.

 

Ich bin heute früh mit gemischten Gefühle hingefahren. Einerseits Angst vor dem was dort hochkommen kann, zum anderen aber auch der feste Wille sich nun den Gefühlen endlich zu stellen. Als die Stunde begann war die Angst aber weg und ich konnte mich sehr gut drauf einlassen. Sehr schnell landete sie bei der Behandlung an meinem Brustkorb. Ich spürte welche Probleme ich mit dem Atmen hatte und der Schmerz setzte auch wieder ein. Beim Ausatmen hatte ich immer wieder den Impuls einfach nicht wieder einzuatmen zu können/wollen. Und das fühlte sich so unheimlich alt an. Das Atmen wurde immer schwerer möglich. Insgesamt merkte ich wie stark die Energie ist, die da festsitzt. Wellenartig bahnte sich dann aber etwas seinen Weg weiter hoch. Allerdings wurde ich immer sprachloser und das mit dem Atmen klappte noch bescheidener. Ich sollte mal durch den Mund ausatmen und dass konnte ich gar nicht. Ich fing an den Kopf zu schütteln statt zu sprechen....

 

Plötzlich schoß mir ein deutliches "NEIN" durch den Kopf genau in dem Moment schwappte eine"Energiewelle" durch meinen Brustkorb in den Kopf. Der altbekannte stechende Kopfschmerz setzte sofort ein. Diese körperliche Reaktion darauf war echt heftig. Sprechen oder vernünftiges Atmen ging aber immer noch nicht. Mir wurde nur immer klarer, dass ich niemals NEIN sagen durfte. Ein NEIN war nicht erlaubt! Und das ab dem Kleinkindalter... Ein NEIN wird nicht geduldet. Ein NEIN ist gefährlich! Diese Erkenntnis war ganz schön bitter. Wie soll man zu etwas JA sagen wenn ein NEIN nie erlaubt war. Das ist ein ganz schön begrenztes Leben ohne NEIN! Aber zum Glück ist auf meinen Körper Verlass...er hat schon mir 3 ein deutliches NEIN gesagt...es hörte halt nur niemand. 

 

Nun gilt es das NEIN endlich mal auszusprechen. Soweit kamen wir heute noch nicht. Aber das war so schon alles anstrengend genug. Die Ostheopathin war heute auch ganz kurz an meinem Hals...das war richtig heftig. Am Ende der Stunde meinte sie das dort ganz viel Energie feststeckt und wir daran weiter arbeiten können. Mein Hals war bzw. ist mega sensibel. Da darf mich nie jemand berühren. Ich kann noch nicht mal Ketten tragen. Wenn ich krank werde dann sind es fast immer die Halsschmerzen die am Anfang stehen. An dieser Stelle zu arbeiten wird sicher ein krass sein...aber mich weiter nach vorn bringen.

 

Allerdings muss ich schon vorher anfangen zu reden...mal sehen wie gut mir das gelingt.

 

Als ich nach der Stunde in mein Auto kam lief im Radio der nachfolgende Song. Er hat es mir sofort angetan und läuft seitdem in Dauerschleife....

 

Dünnes Eis

Seit drei Tagen habe ich sehr extreme Nächte. Ich wache auf und habe ein Engegefühl und Brennen im Brustkorb. Vielleicht fühlen sich Panikattacken so an...ist auf jeden Fall nicht schön. Auch wenn ich selbst weiß das es vom Kopf und der laufenden Therapie kommt war ich heute beim Arzt. Es wurde in EKG gemacht und gleich muss ich noch zum Internisten. Er wird sicher nichts finden. Aber letztlich will meine Hausärztin sicher gehen und das ist vielleicht auch ganz gut so.

 

Wenn ich in den schlimmen Nächten versuche hinzuspüren ist es, als stünde ich auf dünnem Eis und habe Angst einzubrechen. So beklemmend fühlt es sich an. Doch was erwartet mich unter der Eisschicht denn Schlimmes? Gefühle die weh tun...aber nichts was mich umbringt. Wieso ist es dann so schwer sich darauf einzulassen. Vielleicht ist es die Angst dass der Schmerz dann nicht aufhört...aber was ist schlimmer...ständiges Chaos oder einmal den schmerzvollen Weg gehen... Es kann doch nur besser werden. Loslassen...mich drauf einlassen.... Nicht mehr funktionieren und beißen... aber das ist einfacher gesagt bzw. geschrieben als getan.

 

Das einig positive ist, dass ich inzwischen schon 10! Kilo abgenommen habe. Ich würde es aber mal als härteste Diät der Welt bezeichnen. Aber man sieht wie sehr das Essen mit den Gefühlen zusammen gehangen hat. Kann so weitergehen!

 

 

Bauchgefühle

Ich bin weiter dabei Arbeit, Therapie und Alltag ein Einklang zu bringen. Mal klappt es besser, mal schlechter. Gestern hatte ich wieder eine EMDR-Sitzung und die letzte Nacht war daraufhin wieder ziemlich ätzend. Ich bin gegen 1 aufgewacht und die Nacht war so gut wie vorbei. Aber ich kann trotz allem Fortschritte erkennen. Vor Beginn der Therapie wachte ich morgens oft mit Kopfschmerzen, schon fast eine Art Migräne, auf. Im Laufe der Therapie war es dann Übelkeit am Morgen. Heute Nacht spürte ich genauer hin...was mir so quer im Magen liegt. Es sind verdrängte Gefühle...soweit bin ich schon mal. Aber welche sind es genau? Traurigkeit, Angst und Ekel kamen mir nach und nach in den Sinn. Ob es nun eines von diesen Gefühlen ist oder ein Mix aus allen dreien weiß ich noch immer nicht genau.

 

Dazu passt im Grunde auch ein sehr sonderbarer Termin den ich letzte Woche bei einer Ostheopathin hatte. Ich war im Januar das erste Mal wegen dem Rücken bei ihr und da schon sehr überrascht. Letzte Woche tat mir im Grunde gar nichts weh als ich zu ihr ging. Ich machte zunächst auch erstmal etwas dicht. Aber nachdem ich mich drauf einlies kam sie recht schnell zu einer Stelle an meinem Bauch die ziemlich krasse Reaktionen auslöste. Ich fing z.B. total an zu zittern. Das war echt unheimlich. Es war aber nicht verbunden mir irgendwelchen Bildern oder Gedanken. Es war eine reine Körperreaktion. Sie erkläre es mir damit, dass dort eine Stelle mit eingeschlossener Energie, vielleicht die "Traumaenergie" ist. Sie ging sehr behutsam vor und daher fühlte ich mich auch sehr sicher um mich darauf einzulassen. Das heftige Zittern dauerte einige Minuten an. Dann beruhigte es sich etwas und ich war ziemlich erschöpft. Was da genau passiert ist kann ich wirklich schwer beschreiben. Aber den Effekt den es hatte spüre ich deutlich. Mir wird seit dem nicht mehr schlecht. Wenn dann spüre ich nur ein komisches Kribbeln im Bauch...so wie heute Nacht.

 

Passend zum Thema hab ich noch ein kleines Video über die körperlichen Auswirkungen  von Traumata gefunden. 

 

Aus der Starre gelöst

Es ist wieder einige Wochen her seit dem letzten Blog-Eintrag. Ein paar Dinge haben sich tatsächlich verändert. Ich habe die EMDR Therapie ja wieder angefangen und kann sagen, dass es eine gute Entscheidung war. Auch wenn es mir zwischendurch immer mal wieder schlechter geht, merke ich einfach wie viel ich da noch verdrängt hatte. Am meisten macht es sich beim Gewicht bemerkbar. Das war ja eigentlich auch der Grund warum ich mich wieder an meinen Therapeuten gewand habe. Ich habe inzwischen schon 7 Kilo abgenommen!!! Einfach weil ich die Gefühle nicht mehr "wegfuttere". Im Dezember hat mich ja dann erstmal wieder ein Hexenschuss lahm gelegt. Aber auch der hatte seinen Sinn. Durch die Schmerzen in der Lendenwirbelsäule kam ich wieder direkt an die alten Erinnerungen. Das fixierte Liegen auf dem Boden und sich vor "Last" nicht bewegen können..... Ich habe es in den Sitzungen im Januar echt geschafft mich aus der Situation förmlich zu befreien. Ich kann mich plötzlich wieder "bewegen". Und siehe da...die Schmerzen gingen weg und ich fing sogar wieder an Sport zu treiben. Inzwischen versuche ich wirklich dreimal die Woche joggen zu gehen. Das tut mir und dem Körper unheimlich gut.

 

Allerdings spüre ich seit ca. zwei Wochen immer wiederkehrend eine plötzliche und grundlose Übelkeit. Ich habe dies vorgestern bei der EMDR Stunde bearbeitet und was da "hoch" kam war nochmal ziemlich heftig. Ich habe in das körperliche Gefühl der Übelkeit "hineingehorcht". Es fühlte sich sehr alt an. Und in der Tat litt ich als kleines Kind immer unter Erbrechensanfällen. Als der Kontakt zu dem alten Gefühl da war, schossen mir plötzlich Bilder in den Kopf. Der Grund warum ich mich wieder und wieder  übergeben habe..... Und wieder stocke ich selbst beim Schreiben. In der Sitzung konnte ich an dieser Stelle auch nicht einfach sagen welche Bilder das sind. Allerdings habe ich recht spontan einen Satz rausgehauen, der mich innerlich erstarren lies.... "Ich schlucke es nicht länger runter" schoss es plötzlich aus mir raus.... Das was da an Bildern nun so deutlich hochgekommen ist, ist nur schwer zu ertragen aufgrund der Person die es betrifft. Das hat noch eine andere Dimension als der andere Missbrauch. Leider reichte die Zeit am Montag nicht aus um das alles zu "Ende zu bearbeiten". Ich ging aber für die Verhältnisse einigermaßen stabil nach Hause.

 

Heute Nacht bin ich allerdings um 04 Uhr aufgewacht und mir war extrem schlecht. Habe mich danach auch übergeben.  Ich bin heute zu Hause geblieben. Ich weiß selbst dass das immer keine Lösung ist...aber ich brauche die Zeit um das alles zu verkraften. Diese Art der Therapie neben der Arbeit durchzuführen ist Hardcore. Es belastete den Körper und die Seele extrem. Aber ich weiß wie viel besser sich das Leben anfühlt, wenn man diese Hölle einmal bewusst durchschreitet. Ich habe das Vertrauen, dass wir auch diese fiesen Bilder gut bearbeitet bekommen und ich es dann besser ertragen kann. Beim Rückenschmerz halft die Bewegung also "das Befreien" aus der Starre schon unheimlich. Bei der Übelkeit hilft womöglich nur das Reden......und das fällt noch immer so unendlich schwer................

 

 

Ziele 2018

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende. Seit mehreren Jahren visualisiere ich immer meine Ziele für das kommende Jahr in Collagen. Wenn ich mir die Collage für 2017 ansehe habe ich diese Ziele grundsätzlich sehr gut erreicht. Es ist im Laufe des Jahres eine wunderbare Ruhe eingetreten. Ich konnte viel Kraft tanken und das genießen was ich geschafft habe. Zum Ende des Jahres wurde es zwar wieder etwas turbolenter, was mich insgesamt aber wohl wieder einen weiteren Schritt nach vorne bringt. Ich habe mal einen schönen Spruch gelesen: "Nur ein ruhiger See wird wieder klar." Das passt dazu ein wenig. Ich brauchte die Ruhe um zu merken woran ich noch arbeiten will. 

 

In den letzten Wochen kamen nochmal heftige Themen hoch, die ich aber sehr souverän angehen kann. Ich glaube es ist wichtig da nochmal hinzusehen. Ich spüre dass sich einiges verändert. Neben der äußeren Ruhe tritt eine innere Ruhe ein. Ich kann Gefühle noch besser unterscheiden und habe jetzt sogar einen Dreh gefunden mit der latenten Angst umzugehen bzw. weiß nun genauer woher sie kommt. Ich finde immer mehr zu MIR. Das ist (noch) schwer in Worte zu fassen aber dafür habe ich ja noch ein wenig Zeit. 

 

Meine Collage dieses Jahr handelt daher auch von der "inneren Entwicklung". Früher ging es eher um das Außen. Teilweise um sehr materielle Dinge muss ich zugeben ;)! Nun geht es mehr um mein ICH. Die "Strichmännchen" signalisieren dass die Veränderungen noch in den "Kinderschuhen" stecken und noch einiges ungewiss ist. Aber ich finde es einfach sehr passend. 

 

Ich freue mich auf das kommende Jahr. Ich habe das Gefühl es wird sehr sehr gut werden!

 

Lass mich los

Gestern konnte ich zum Glück noch vor Weihnachten einen Termin bei meinem Therapeuten bekommen. Allein habe ich die Schmerzen und die dauerhafte körperliche Anspannung nicht in den Griff bekommen. Die Stunde war sehr anstrengend. Wir sind direkt in das Trauma Thema eingestiegen. Unheimlich viel hat sich einfach nur körperlich gezeigt. Der Rücken schwankte zwischen noch mehr Anspannung und dem Versuch loszulassen. Es war ziemlich extrem. Ich kam wieder an den Punkt, an dem die Seele abgeschaltet hat. Mein Arzt hat mir dann dies als eine im Grunde positive Reaktion als Schutz erklärt. Das half mir irgendwie krampfhaft in diese Gefühle zu kommen. Irgendwann fragte er, was der Schmerz denn sagen würde wenn er sprechen könnte. Und da kamen von mir wie aus der Pistole geschossen die Worte "LASS MICH LOS". Ab diesem Moment löste sich die punktuelle Anspannung und verteilte sich mehr in den ganzen Körper. Eine kleine emotionale Welle schoss durch meinen Körper. Es fühlte sich wie eine Erlösung an. Wir arbeiteten dann noch unter zu Hilfenahme von Akupunktur weiter. Das tat ziemlich gut in dem Moment. Auch wenn die Nadel  beim Einstechen wie Feuer brannten. Aber es brachte wirklich diese gestaute Energie in den Fluss.

 

Insgesamt bin ich sehr euphorisch aus der Stunde gegangen und mein Rückenschmerz war deutlich reduziert. Ich konnte deutlich besser Autofahren und sitzen. Ich war wie gelöst. Im Auto habe ich laut zu "Keine Angst" von Wirtz gegrölt und noch mehr Dampf abgelassen. Das Lied lief fast 2 Stunden in Dauerschleife.

Die Nacht war allerdings dann wieder nervig. Sofern ich längere Zeit liege wird der Schmerz wieder schlimmer. Zudem hatte ich dann noch wieder einen Alptraum. Ich bin zusammen mit dem Täter in einen kleinen Fluss gefallen. Es war dunkel und kalt. Er versuchte nach mir zu greifen und ich fand im Wasser keinen Halt. Der Traum zeigt das mein Unterbewusstsein noch nicht ganz so weit ist wie der Verstand....:(

Starre die Zweite

 

Vor einer Woche habe ich es gewagt und in den "Rucksack" geschaut. Das es mich wieder so aus der Bahn wirft hätte ich nicht erwartet. Mein Rücken wird und wird nicht besser. Ich habe gestern wieder versucht hineinzuspüren. Inzwischen ist fast jeder Muskel unter Hochspannung. Wenn  ich die Augen schließe und in den Körper spüre habe ich das krasse Gefühl jemand liegt förmlich auf mir. Ich kann mich nicht bewegen und nicht richtig atmen. Ich hätte nicht erwartet dass der Missbrauch nochmal ein so präsentes Thema wird. Es war doch so gut bearbeitet. Nun hänge ich da wieder voll drin. Der Körper vergisst halt nichts.

Ich fühle mich plötzlich doppelt so schwer. Allerdings macht nun auch das übermäßige Essen Sinn. Es ist wirklich wie ein Panzer den man aufbaut um gewisse Dinge nicht zu spüren. Von daher bin ich froh den Schritt zu wagen die Therapie weiter zu führen.

Was einen nicht umbringt macht einen nur stärker und ich glaube wenn  ich nun noch durch diese Hölle gehe habe ich es geschafft.