Wenn Worte heilen...



27-07-2002

ICH

 

21 Jahre war ich blind.

Es wird Zeit das ein neues Leben beginnt.

Machte gleiche Fehler viel zu oft,

habe durch Liebe Erlösung erhofft.

Tat lieben Menschen sehr stark weh, welch ein Wunder das

ich sie heute noch neben mir sehe.

Musste mich zusammenreißen um nicht alles hinzuschmeißen.

Habe es vor mir, das schönste Leben auf Erden...muss nur zu einem anderen Menschen werden. 

Nun ist meine Zeit gekommen. 

Ich bin dem Strudel des Todes nochmal entkommen.

 


27-07-2002

Sich selbst im Weg

 

Es gibt Stunden, Tage, da steht man sich selbst im Weg wie eine Schranke.

Doch du gehst nicht beiseite, nicht einen Schritt, um dich durchzulassen, weil du nicht siehst, dass du selbst die Schranke bist die dir Einhalt gebietet. 

Zu häufig suchen wir woanders nach dem Wegversperren.

 


23-08-2010

Bilderfetzen...

weit von mir geworfen 

kommen sie immer wieder zurück

und treffen an Stellen,

an denen es weh tut.



31-12-2010

Erwachen

Der Körper ist taub, der Atem stockt,

ohne Luft, ohne Worte. 

Den eigenen Körper nicht fühlen

und eine Faust ballen.

Langsam ist das Gefühl im Körper...

loslassen...

Entspannen und nicht dagegen halten

bedeutet Tod!?!

Kaum begreifbar und dennoch so intensiv.

Ich brauche Luft!!!


17-01-2011

Weglaufen...

In meinem Leben war ich immer wieder auf der Flucht.

Das Gefühl einfach nur weg zu wollen begleitet mich stets.

Nun möchte ich wieder weglaufen, doch es geht nicht mehr.

Starr stehe ich da und sehe dieses hilflose Kind.

Dieses Kind, dass ich nie ansehen wollte.

Nun komme ich langsam zu mir und es schmerzt hinzusehen

und die Vergangenheit anzunehmen.

Doch es ist besser den Schmerz zu fühlen, 

als an der Taubheit zu Grunde zu gehen. 



23-01-2011

Wenn es still wird...

kommen die Gefühle.

Wenn keine Hektik, keine Menschen,

keine Ablenkungen da sind und die Ruhe einsetzt

kommt die Angst.

Es kommen die Bilder...

Es kommt die Vergangenheit...

Es kommt die Trauer...

Es kommt der Schmerz...

Er fühlt sich an, als würde es mich zerreißen.

Aber...ich halte es nun aus...

denn wenn die Menschen wieder da sind

hört es erstmal wieder auf 

und die Gefühle dürfen da sein!


24-07-2011

Die Hand

Diese Hand, viel zu groß

bahnt sich den Weg zu meinem Schoß.

Nicht mit Gewalt, aber doch gezielt.

Sprachlos nehme ich es hin,

ergibt es für mich doch gar keinen Sinn.

Ich lasse es über mich ergehen,

es soll ja nichts schlimmeres geschehen.

Diese Hand hält mich heute noch fest. 

Ist es der Anfang?

ist es das Ende?

Oder folgt noch ein Rest?



25-07-2011

Nackt

Schutzlos, kalt, nackt...

so fühlt es sich an.

Ist das so richtig?

Was passiert?

Stumm nehme ich es hin.

Und was bleibt ist das Gefühl nackt zu sein.



25-07-2011

Traurigkeit,

Plötzlich ist sie da,

erfasst mich ohne Vorwarnung.

Was war es, was löst sie aus?

Ein Gedanke, ein Wort, ein Geruch, ein Gefühl?

Man kann es nicht erklären,

doch immerhin kann ich sie nun fühlen.

Tränen fließen jedoch nicht.



26-07-2011

Verschmelzung

Da ist die Vergangenheit

mit ihren schrecklichen Bildern und Gefühlen,

mit den schlimmen Erinnerungen,

mit dem Schatten, der bis heute präsent ist.

Da ist die Gegenwart

mit ihren Anforderungen,

mit ihren Ängsten.

Da ist die Zukunft

mit ihren Träumen,

mit ihren Hoffnungen,

mit ihren Wünschen.


Früher lebte ich immer nur in einer Zeit.

Heute verschmelzen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Das ist manchmal schwer auszuhalten,

aber es macht mich GANZ.

 



27-07-2011

Gleichgewicht

Die Balance halten,

im Wechsel zwischen Anspannung 

und Entspannung.

Ausgeglichenheit lernen.

Das Hoch genießen, im Tief hoffen.

Mal einen Moment innehalten

um neue Kraft zu tanken.

Die Normalität genießen...

Im Gleichgewicht lässt es sich viel besser leben.



29-07-2011

Schmerz

Der Schmerz ist umgeben von einer starken Hülle.

Niemand sieht ihn,

niemand darf ihn sehen.

Doch ab und zu wenn ich alleine bin

traue ich mich den Schmerz auszupacken.

Ich schaue ihn vorsichtig an

und betrachte ihn von allen Seiten.

Dann öffne ich langsam die Hülle 

und halte es kaum aus den Schmerz zu spüren.

Aber das ist der bessere Weg als das

Verdrängen der Existenz des 

schmerzvollen Inhalts. 



30-07-2011

Zur Verfügung stehen

Ich kann mich nicht abgrenzen.

Jeder ist gefährlich und ich muss jedem zur Verfügung stehen.

Nun sind da wieder diese Träume.

Träume in denen jemand in mich eindringen will.

Es geschieht nicht mit Gewalt. Es gelingt auch nicht.

Aber ich muss ihm zur Verfügung stehen.



31-07-2011

Wenn die Nacht kommt

Jeden Abend, wenn die Nacht kommt, 

packt mich diese Hand und umschließt meinen Hals.

Angst steigt auf und wird doch wieder unterdrückt. 

Fest umschließt sie meine Kehle

und mir wird verdammt heiß.

Ich hasse dieses Gefühl,

denn es ist so verdammt real.



01-08-2011

Träume

Jede Nacht kommen die Träume.

Mal Gute...mal Schlechte.

Mal wegweisend...mal verwirrend.

Mal harmlos...mal erschreckend.

Ich lerne sie zu deuten.

Schaffe es mich morgens zu distanzieren.

Versuche sie in Worte zu fassen.

Doch manchmal sind sie einfach nur verletzend.




02-08-2011

Schreiben

Schreiben hilft zu ordnen.

Schreiben hilft zu begreifen.

Schreiben hilft zu erkennen.

Schreiben hilft klar zu kommen.

Schreiben hilft zu integrieren.

Schreiben hilft zu verstehen.

Schreiben hilft gegen die Angst.

Schreiben nimmt verdammt viel Last ab.




03-08-2011

Hilfeschreie

Lautlose Zeichen, noch so viele Jahre danach.

In so vielen Handlungen sind sie zu erkennen.

Teilweise verdeckt, teilweise offen.

Die Hilfeschreie heute erkenne ich. 

Doch was hat das Kind gemacht?

Es waren so viele Zeichen und doch hat keiner geholfen.



04-08-2011

Bilder

Langsam setzen sich die Bilder zusammen.

Die Szenen werden klarer.

Die Gefühle werden wahrer.

Langsam traue ich mich hinzusehen.

Es ist schwer es auszuhalten.

Der Raum macht mir solche Angst...

und dann ist da auch noch ER.



05-08-2011

Kontrolle

Ich stehe unter Druck.

Ständig muss ich alles unter Kontrolle haben.

Ich bekomme Kopfschmerzen und stehe unter Strom.

Entspannen geht nicht...warum ist das alles nur so extrem???



07-08-2011

Schutzmauer

Nach außen abgrenzen durch eine Schutzmauer 

gegenüber allem Fremden.

Ich will mich nicht mehr abgrenzen.

Ich will leben ohne Mauern, ohne Panzer, ohne diese Distanz.

Die Mauer ist nicht mehr nötig.



08-08-2011

Fremde

Fremde Menschen machen mir Angst.

Umso mehr es sind, desto schlimmer ist es.

Ich versuche über alles die Kontrolle zu behalten 

und doch fühle ich mich überfordert.



09-08-2011

Eindringen

Wieder eine Nacht voller Träume.

Wieder dieses Eindringen.

Wieder dieses miese Gefühl am Morgen.

Ich will das es aufhört.



10-08-2011

Weit weg...

Ich schiebe es immer wieder weit weit weg.

Ich mache es ganz automatisch.

Doch irgendwann geht es mir dann nicht mehr gut.

Ich bekomme Schmerzen und 

bin sooooo weit weg.



12-08-2011

Gespaltenes Ich

Ich spüre diese beiden Teile in mir, 

die einfach nicht zusammenfinden.

Das verletzte Kind ist so klar zu sehen, doch ich fühle nichts.

Ich will es einfach nicht wahr haben.

Ich verdränge es...

Ich ignoriere es...

Ich verleugne es...

Ich flüchte davor...

Ich verzweifel daran...

Ich schütze es...

Ich hasse es...

Ich zerbreche daran...

Ich will es einfach nicht mehr.



16-08-2011

Mein Körper

Ich kann ihn nur selten spüren.

Ich will ihn nur selten spüren.

Denn wenn ich ihn spüre

kommt dieses flaue Gefühl im Magen 

und mir wird schlecht....



17-08-2011

Stark sein

Ich will reden.

Ich will thematisieren.

Ich will nicht mehr schweigen.

Ich will frei sein.

Ich will leben.

Ich will stark sein 

und durch die Angst hindurchgehen.



18-08-2011

Mut

Mutig sehe ich hin.

Mutig gehe ich meinen Weg.

Mutig stelle ich mich der Angst.

Ohne meine Mut wäre ich schon verloren.



19-08-2011

Schock

Schmerz befällt meinen Körper.

Ich kann nicht mehr klar denken.

Alles bricht auf, alles kommt hoch. 

Jede Faser meines Körpers tut so verdammt weh.

Ich weine, ich fühle mich hilflos.

Ich will am liebsten schreien.

Und immer wieder dieses Bild des einsamen Mädchens.



13-11-2011

Angriff

Wehrlos liege ich da.

Keine Möglichkeit mich zu schützen.

Hilflosigkeit breitet sich aus.

Schmerzen setzen ein.

Er ist soviel stärker als ich.

Ich liege am Boden und kann mich nicht bewegen.

Plötzlich wird alles taub....

ich schalte ab.

...............

25 Jahre später

Der Körper wird wieder angeschaltet und hochgefahren.

Der so lange verdrängte Schmerz

bahnt sich seinen Weg an die Oberfläche.

Der eine Teil liegt noch am Boden.

Der andere Teil ist im Hier und Jetzt und will einfach nur leben.

Plötzlich spüre ich jede Emotion,

plötzlich spüre ich meinen Körper.

Plötzlich spüre ich die Verbindung

zwischen dem Körper und den Gefühlen.

Und doch hänge ich zwischen den Zeiten.



14-02-2012

Die Blockade

Ein Bein steht in der Vergangenheit.

Ein Bein steht in der Zukunft.

Keine kann nachgeben.

Keiner will nachgeben.

Beide haben Recht.

Doch was ist, wenn ich einfach stehen bleibe?

Stehen bleibe im Hier und Jetzt.

Ich mich nicht mehr zerreißen lasse von den beiden Richtungen.

Ich bleibe stehen und spüre hin.

Da  ist die Vergangenheit,

vor ihrem Schmerz wegzurennen bringt nichts.

Was mir angetan wurde hat mich fast zerbrochen...aber nur fast.

Ich hatte immer die Hoffnung auf bessere Zeiten. 

Und diese liegen nun vor mir. 

Doch alles zu verdrängen bringt nichts. 

Der emotionale Schmerz darf da sein. 

Er hat ein Recht darauf.

Ich darf weinen und Angst haben. 

Ich darf wütend sein auf die Täter.

Ich war doch noch so klein.

Ein so kleines Wesen schlägt und missbraucht man doch nicht.

Ich darf traurig sein über das alles was mir passiert ist.

Aber ich darf auch loslassen.

Ich darf an die Zukunft denken.

Aber ich darf auch stehen bleiben und mich ausruhen.

In beide Richtungen gleichzeitig kann ich nicht gehen. 

Aber zum richtigen Zeitpunkt in die Eine oder Andere gehen.

Nicht in beide zugleich.



04-12-2015

Hinter verschlossen Türen

Traurige Augen blicken in den Himmel.

Kinderlachen klingt von nah und fern. 

Sie sind so unbeschwert und genießen ihr Leben. 

Vor lauter Fröhlichkeit merkt keiner wie es ihr wirklich geht. Jeder lebt in seiner eigenen Welt mit seinen eigenen Problem. 


Und immer wenn es Abend wird schließen sich die Türen. Und sie denkt dich weit weit weg. 

Und immer wenn es Abend wird träumt sie vom blauen Himmel um der Hölle auf Erden zu entfliehen. 


Jeden Tag geht sie zur Arbeit. Keiner ahnt welche Last sie trägt. Jede Nacht träumt sie von den verschlossen Türen. Jede Nacht wiederholt sich das Leid. Sie nimmt Pillen und es zu ertragen. Geht jede Woche zum Therapeuten. Kämpft mit  verwirrenden Gefühlen und dem alten Schmerz.


Und immer wenn es Abend wird schließen sich die Türen. Dann weint sie und es tut weh wie damals. Und immer wenn es Abend wird betäubt sie den Schmerz mit Pillen und Alkohol. Und immer wenn es Abend wird,  hofft sie das es keinen Morgen gibt. 


Er ist ein freundlicher Nachbar und Kollege. Hilfsbereit für alle und jeden. Er hat eine Bilderbuch-Familie und kümmert sich rührend. Gegen den inneren Drang kämpft er schon lange nicht mehr an. Denn es gibt ja die verschlossen Türen. Wenn er es nicht mehr aushält geht er zu ihr. Er tut ihnen ja nicht weh sondern liebt sie hinter  verschlossen Türen...